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Kreis Kleve: Vorzeige-Niederrheiner Linssen steht unter schwerem Verdacht

Kreis Kleve : Vorzeige-Niederrheiner Linssen steht unter schwerem Verdacht

Der ehemalige NRW-Finanzminister soll Geld auf den Bahamas gebunkert haben. Die Menschen im Kreis kennen ihn anders – bescheiden und intelligent.

Der ehemalige NRW-Finanzminister soll Geld auf den Bahamas gebunkert haben. Die Menschen im Kreis kennen ihn anders — bescheiden und intelligent.

In Krefeld geboren. In Geldern aufgewachsen und dort zum erfolgreichen Geschäftsmann avanciert. Doch schon seit Mitte der 1970er Jahre wohnt Dr. Helmut Linssen auf einem wunderschönen Kotten in der Nähe des Issumer Golfplatzes. Gemeinsam mit Frau Cathrin genießt der 71-Jährige dort, wo er früher sonntags mit den Dorf-Jungs auf den Tümpeln Eishockey spielte, seine größer gewordene Freizeit. Denn seine politische Karriere, bei der er es von 2005 bis 2010 zum NRW-Finanzminister brachte, ist langsam ausgeklungen.

Deshalb dürfte es den gebildeten, stets zurückhaltend auftretenden Linssen jetzt wie einen Keulenschlag getroffen haben, dass er seit gestern wieder im Interesse der Medien steht (siehe Berichterstattung Titelseite). Und dabei in einem Zug mit Steuerbeichtlingen à la Alice Schwarzer und Uli Hoeneß genannt wird. Ein Umstand, der so gar nicht zu Helmut Linssen passt.

Denn er gilt als bodenständig, bescheiden, intelligent, ist alles andere als ein Lautsprecher. Sympathisch ist auch so eine Attribut, dass viele Niederrheiner in Zusammenhang mit ihm verwenden. Oft war und ist er in den hiesigen Wäldern und darüber hinaus als passionierter Jäger unterwegs. Daheim, wo Ehefrau Cathrin ihm über viele Jahre den Rücken in Haus und Garten frei hielt, wurden Gäste meistens von einem Hund am Tor begrüßt. Auch eine kleine Schafzucht, die auf dem Anwesen am Golfplatz zu Hause war, sorgte für eine gewisse Naturverbundenheit. Dazu gilt Linssen als ausgesprochener Familienmensch, der sich stets über den Besuch seiner Tochter und der fünf Enkel freut.

"Linssens Mühle": Der Name des Gelderner Unternehmens fällt vielen Issumern und eben Geldernern spontan ein, wenn das Gespräch auf den promovierten Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler gelenkt wird. Denn Linssen musste nach dem frühen Tod seines Vaters plötzlich gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Bruder den Agrargroßhandel in der ehemaligen Kreisstadt weiterführen.

Nach Abitur und Studium, bei dem er seine Frau Cathrin in München kennenlernte, führten die beiden das Unternehmen in erfolgreiche Zeiten. Danach, ab Beginn der 1970er Jahre, widmete er sich dann mehr und mehr der Politik, die als Ratsmitglied für die CDU in Geldern begann.

Der Rest ist längst Geschichte.

(RP)