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Vor dem Klever Landgericht wurde ein Mann zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt.

KLEVE : Vier Jahre Haft für Einbruch mit Diebstahl

Das Landgericht Kleve verurteilte einen Mann (30), weil er 2018 in das Haus einer 90-jährigen Frau einstieg, die mittlerweile verstorben ist. Die 90-Jährige wohnte dort mit ihrer heute 73 Jahre alten Tochter. Die Beute betrug 5000 Euro.

Weil er mit Komplizen nachts in das Wohnhaus zweier schlafender Frauen einbrach, ist ein 30-jähriger Mann am Klever Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und einem Monat verurteilt worden. Vier Jahre Einzelstrafe bekam der Täter am Mittwoch für den gemeinschaftlichen Wohnungseinbruchsdiebstahl. In die Gesamtstrafe von 49 Monaten floss zudem eine Beleidigung gegen einen JVA-Beamten ein.

Schmuck und Bargeld im Wert von mindestens 5000 Euro erbeuteten die Einbrecher am 30. Oktober 2018 aus dem Wohnhaus in Kleve. Die beiden Bewohnerinnen – eine heute 73-jährige Frau und ihre damals 90-jährige, mittlerweile verstorbene Mutter – schliefen bereits, als die Männer gegen zwei Uhr nachts in das Haus eindrangen. Die Tochter der Hausbesitzerin wurde wach, weil einer der Täter ihr eine Taschenlampe ins Gesicht hielt. Er drohte ihr, sie solle den Schlüssel zum Geldschrank herausrücken, sonst werde er der nebenan schlafenden Mutter einen Finger abschneiden. Die Geschädigte leistete Folge, und die Einbrecher zogen schließlich mit der Beute ab.

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Der Angeklagte, der am Mittwoch verurteilt wurde, hatte seine Beteiligung bereits am ersten Prozesstag eingeräumt. Er gab an, dass er seinem Onkel Geld schuldete und dieser ihn deswegen überredete, an dem Einbruch mitzuwirken. Er habe dann den Zugang zur Wohnung verschafft und sei mit eingestiegen, habe die Bewohnerinnen jedoch nicht bedroht. Die beiden Mittäter, darunter den Onkel, benannte der Angeklagte. Zu einem Verfahren gegen die Beschuldigten kam es jedoch bisher nicht, im Zeugenstand hatten sie die Aussage verweigert.

Angeklagt war der 30-Jährige nicht wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls, sondern wegen Raubes. Eine Verurteilung deswegen hatte am Mittwoch die Staatsanwaltschaft beantragt: Sie ging davon aus, dass der Angeklagte selbst unter Gewaltandrohung die Herausgabe des Safeschlüssels gefordert hatte und nicht einer der Mittäter. Sechs Jahre und zwei Monate Freiheitsstrafe beantragte der Staatsanwalt für Raub und Beleidigung.

Zudem beantragte der Anklagevertreter die Anordnung einer anschließenden Sicherungsverwahrung des 30-jährigen Angeklagten. Schließlich sei dieser „massivst und einschlägig vorbestraft“, habe bereits in der Vergangenheit gezielt alte Menschen in deren Häusern ausgeraubt. Der Staatsanwalt verwies zudem darauf, dass der Angeklagte seit mehr als 16 Jahren strafmündig sei und davon elfeinhalb Jahre in Haft verbracht hat. Auch verwies er auf das Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen, der von einer hohen Wiederholungsgefahr ausgeht.

Der Angeklagte sagte am Mittwoch: „Es wird nie mehr vorkommen. Ich weiß genau, dass ich mich geändert habe.“ Sein Verteidiger beantragte eine Verurteilung lediglich wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls. Darauf entschied letzten Endes auch die Strafkammer: Dass der Angeklagte die Zeugin bedroht und sich damit eines Raubes schuldig gemacht hat, sei nicht festzustellen, zumal die Zeugin die Einbrecher nicht erkennen konnte. Eine Sicherungsverwahrung wurde nicht angeordnet.

Dem Angeklagten riet der Vorsitzende abschließend: „Sie müssen wirklich aus diesem Kreis herauskommen und es schaffen, sich davon freizumachen. Das kann auch in der JVA geschehen – mit entsprechender Hilfe. Ich hoffe sehr, dass sie das nutzen und wir uns hier nie wieder sehen.“