Vor 50 Jahren kam eine Reliquie nach Warbeyen

Warbeyen: Die Reliquie des Heiligen Hermes

Pfarrgemeinde St. Hermes in Warbeyen bekam vor einem halben Jahrhundert das Geschenk aus dem belgischen Ronse. Damit war die Basis gelegt für die Städtepartnerschaft mit Kleve. Feierliche Prozession durch den Ort.

Ein herausragendes historisches Ereignis war vor einem halben Jahrhundert die Schenkung einer Reliquie des Heiligen Hermes aus Ronse in Belgien an die Pfarrgemeinde St. Hermes in Warbeyen. Dieses Jubiläum nach 50 Jahren wurde sowohl durch die Stadt Kleve als auch durch die Kirche in Warbeyen festlich begangen. Die Basis der Städtepartnerschaft zwischen Kleve und Ronse, die seit 1971, also seit 47 Jahren besteht, wurde durch die Reliquienschenkung 1968 gelegt.

Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing konnte bei einem Empfang im Rathaus der Stadt Kleve eine große Delegation aus Ronse, an der Spitze Bürgermeister Luc Dupont, Vertreter aus Kirche, Politik, Gesellschaft und Vereinen aus beiden Städten begrüßen. Die Bürgermeisterin erinnerte an die Anfänge der Freundschaft, die auf eine Initiative des damaligen Pfarrers Mühlhoff aus Warbeyen zurückgeht. Er hatte den Dechant von Ronse um Reliquien des Heiligen Hermes gebeten, die 860 durch Kaiser Ludwig II. nach Ronse kamen. Nach Zustimmung des Bischofs von Gent wurde ein Teil der Hauptreliquien entnommen und feierlich nach Warbeyen überführt.

„Pfarrer Mühlhoff war damals von der zuvorkommenden Hilfsbereitschaft der belgischen Nachbarn überwältigt. Seitdem verbindet der Heilige Hermes Ronse und Kleve“, sagte Northing. 1971 wurde dann die Absichtserklärung der Städtepartnerschaft unterschrieben. Der verbindliche Ratsbeschluss folgte. Die Bürgermeisterin erinnerte an den Zeitzeugen Wilhelm Pfirrmann, der als 1. Beigeordneter damals die freundschaftlich verbindende Unterschrift leistete. Sie nannte die zahlreichen Anlässe der Verbundenheit beider Städte und wünschte sich den weiteren Ausbau in den Bereichen Schule, Sport, Kultur, Tourismus und Feuerwehr. Geschenke wurden ausgetauscht, und alle Gäste trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Kleve ein.

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Bürgermeister Dupont unterstrich, dass die Partnerschaft immer stärker und besser geworden sei. Er habe das Vergnügen, bei den Festlichkeiten in Ronse stets eine große Delegation aus Kleve zu begrüßen. „Andererseits kennen wir aus unseren Besuchen in Kleve fast jeden Karnevalsprinzen“, sagte er. Er lud die Bürgermeisterin zum „Bommelsfeest“ nach Ronse ein.

Kreisdechant Propst Johannes Mecking zitierte in seinem Grußwort den Urkundentext der Reliquienübergabe im Jahre 1968. Er ging auf die Bedeutung einer Reliquie ein: „Sie schafft, wie auch Erinnerungsstücke im weltlichen Leben, eine emotionale und geistliche Beziehung“, sagte er. „Die Städtepartnerschaft zwischen Ronse und Kleve ist eine Beziehung, ein Miteinander zwischen Menschen, die sich über die Jahre verbunden wissen.“

In Warbeyen war am Abend eine feierliche Prozession mit den Reliquien des Heiligen Hermes, begleitet von Gebeten und Liedern der Gläubigen. Neben der Reliquie aus der Kirche in Warbeyen trug der amtierende Dechant, Michel T`Joen, ein Armreliquiar aus der Hermeskirche in Ronse. Das feierliche Pontifikalamt zelebrierte Weihbischof Rolf Lohmann mit einer großen Gemeinde in der St.-Hermes-Kirche Warbeyen. Es sang der Kirchenchor St. Willibrord Kellen. Die liturgischen Texte wurden in deutscher und niederländischer Sprache vorgetragen. „Die Warbeyener lieben ihre St.-Hermes-Kirche. Sie wissen es zu schätzen, dass die Kirche den Namen des Heiligen Hermes trägt. Und die Reliquien, die der damalige Pfarrer Mühlhoff bei Ihnen in Ronse erbeten hat, werden von den Warbeyenern gut behütet, nun schon 50 Jahre“, sagte Dechant Stefan Notz, der zuständige Pfarrer der St.-Hermes-Kirche in Warbeyen in seiner Predigt.