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Kleve: Von Strichen und der Stege zu Koekkoek

Kleve : Von Strichen und der Stege zu Koekkoek

Zum Werner-Deutsch-Preis ist eine Edition der Preisträgerin erschienen. Damaris Kerkhoff schuf ein Objekt aus Kästen. Haus Koekkoek zeigt bis April alle Editionen in einer kleinen Ausstellung. Darunter auch die Hangstege von Fredi Voß.

Auf dem einen Blatt bündeln sich orange Striche in der Mitte, fett aufs Papier gesetzt, mit kräftigem Strich. Gleich daneben auf dem Blatt ist der Strich zart, bleibt Graphit-farbig, fasert leicht aus. Auf dem dritten Blatt sind es wieder Striche, die sich zum Schwung ordnen. Alle drei Blätter sitzen in tiefen Kästen, wie in einem Objekt. Alle drei bilden eine Installation, die gleichzeitig in einer Auflage von acht Stück die Edition zum Werner- Deutsch-Preis, die die aktuelle Preisträgerin Damaris Kerkhoff für das Museum Kurhaus geschaffen hat.

Susanne Figner, Museum Kurhaus Kleve. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Diese Edition gibt es in der Dreiheit gerahmt im Museumsshop des Kurhauses (Preis auf Anfrage). "Die Zeichnungen wurden für die Edition mit Siebdruck umgesetzt, in einer Auflage von acht pro Zeichnung, sie wurden aber spezifisch auf ihr Zusammenspiel ausgesucht und sollten deshalb als eine Arbeit betrachtet und erworben werden", sagt Susanne Figner vom Museum Kurhaus Kleve. Damaris Kerkhoff zeichne täglich - und dies ohne Vorlagen ("frei"), meist werde ein Stapel Papier oder ein Zeichenblock schnell weggezeichnet, erklärt die Kunsthistorikerin die Arbeit. Das Aussortieren finde zu einem späteren Zeitpunkt statt; die meisten Zeichnungen werden nie verwendet, sagt Figner. Manche wiederum werden zur Installation, die aus der "flachen" Zeichnung ein dreidimensionales Objekt macht. Da sind sogar die Rahmen mit der Künstlerin abgestimmt. Dann werden aus einzelnen, für sich stille, zarte Zeichnungen spannende Objekte.

Ursula Geisselbrecht, B.C.Koekkoek-Haus. Foto: eve

Editionen zu den aktuellen Ausstellungen gehören zur Tradition im Klever Ausstellungsbetrieb. Während die kleine Auflage von Damaris Kerkhoff derzeit im Eingangsbereich des Museums Kurhaus zu sehen ist, hat Ursula Geisselbrecht im B. C. Koekkoek-Haus eine kleine Schau mit einer ganzen Reihe von Werken organisiert, die bis Ende April 2015 im alten Künstlerpalais am Koekkoekplatz zu sehen sind. Darunter auch die "Hangstege" von Fredi Voß, die stark an die diskutierte Koekkoekstege erinnert. Typisch für Voß, der am Computer Landschaften und Stadtporträts erarbeitet, die wie ein Abbild der Realität erscheinen und doch Fantasie sind.

Die anderen Bilder stammen von den Künstlern, die die Museumspädagogik betreuen. Darunter auch Unikate, wie beispielsweise die wunderbaren Gouachen von Gerd Borkelmann, oder die fröhlich-farbigen Arbeiten auf Holz von Monika Buchen. Max Knippert erinnert mit seinem Foto auf einer "Original-Rathaustür" an seine Rathaus-Aktion auf der Wiese vor Haus Koekkoek, Margret Kohtes-Ingerfeld präsentiert ihre Holzdrucke zum Thema Faltenwurf. Grafisch erscheinen die mit Tinte auf Bibelpapier gesetzten Zeichnungen von Klara Heimbach, die schon passepartouriert und gerahmt sind. Dazu Wolfgang Kliers Bilder von der Autobahn.

Die in Koekkoek gezeigten Arbeiten können dort oder im Museum Kurhaus erworben werden, sie kosten zwischen 150 und 460 Euro das Stück. Und: "Während draußen der Winter herrscht, lassen sich im Haus Koekkoek gut die schöne Atmosphäre und die verschiedenen Jahreszeiten in den Bildern der Romantiker genießen!", wirbt Ursula Geisselbrecht, künstlerische Leiterin des BC-Koekkoek-Hauses, für den Besuch im Palais. (Haus Koekkoek hat am 31.12 und 1.1. geschlossen, sonst Di bis Sa 14 bis 17 Uhr und So 11 bis 17 Uhr).

(RP)