Kleves Exoten Pampashasen mit kreativen Namen

Kleve · Vor wenigen Monaten zogen Maras in den Klever Tiergarten ein. Sie ähneln von ihrer Art Meerschweinchen und sind inzwischen vom Aussterben bedroht.

 Beliebt und in ihrer Art gefährdet: Die aus Südamerika stammenden Maras gehören zu den Publikumslieblingen im Klever Tiergarten.  Foto: Tiergarten

Beliebt und in ihrer Art gefährdet: Die aus Südamerika stammenden Maras gehören zu den Publikumslieblingen im Klever Tiergarten. Foto: Tiergarten

Wer sich den Maras im Klever Tiergarten nähert, trifft auf aufmerksame Beobachter. Die kleinen Pampashasen nehmen menschlichen Besuch genau unter die Lupe, sie scheinen gar erfreut zu sein. Die drei Exemplare der südamerikanischen Tierart sind erst vor wenigen Monaten aus Aachen in die Kreisstadt gezogen – und avancierten gleich zum Publikumsliebling. „Vom Verhalten, der Fortbewegung und der Interaktion her sind sie interessante Tiere. Maras sind eine nette Abwechslung im Tiergarten“, sagt Martin Polotzek, seit einem halben Jahr Leiter des Familienzoos. Die Nagetiere kommen mit bleibenden Zähnen auf die Welt und sind Nestflüchter. „Sie laufen direkt umher und sehen aus wie die Miniatur-Ausgabe ihrer Eltern“, sagt Polotzek. Da ihm der Artenschutz am Herzen liege und die Maras vom Aussterben bedroht sind, seien die Neuzugänge besonders willkommen geheißen worden. Untergebracht wurden sie in einem früheren Schafgehege. „Wir spenden nun auch als Tiergarten für den Artenschutz und halten das für eine ganz wichtige Aufgabe. Jeden Tag sterben schätzungsweise bis zu 140 Tierarten aus. Das muss man sich mal vorstellen. Dieser Trend muss ein Ende haben, und da wollen wir unseren Beitrag leisten. Wir sind die einzige Spezies, die es schafft, andere Tierarten auszurotten. Wir sind allerdings auch die einzige Tierart, die es schafft, andere Tierarten vor der Ausrottung zu bewahren“, sagt Veterinärmediziner Polotzek.

Die Pampashasen, die im Tiergarten mit Obst, Gemüse, Heu oder Gras gefüttert werden und mit den Hausmeerschweinchen verwandt sind, ähneln äußerlich auch den Feldhasen. „Wenn sie sitzen, wirken sie wie Hasen. Wenn sie flüchten, können sie auf allen Vieren bis zu 45 Kilometer pro Stunde schnell sein. Auch dann hoppeln sie wie Hasen“, sagt der Tiergarten-Chef.

Vor dem Umzug der Maras veranstaltete der Zoo zusammen mit dem Radiosender „1Live“ eine Aktion, bei der Anrufer den Tieren ihren Namen geben durften. Das Ergebnis: Cuja, Donna und Thon. „Diese Idee kommt nicht von ungefähr. Ein Hörer aus Essen hat die Namen vorgeschlagen. Immer wenn man vor diese Namen „Mara“ setzt, kommt etwas Sinnvolles heraus: Maracuja, Maradona und Marathon. Ich gebe aber zu, auch etwas gebraucht zu haben, bis ich diese kluge Idee verstanden hatte“, sagt Martin Polotzek.

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