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Kleve: Volksbank muss auf Sontowski warten

Kleve : Volksbank muss auf Sontowski warten

Die Mehrheit des Rates der Stadt Kleve beschloss gestern Abend, dass Sontowski als Investor für den Minoritenplatz weiter planen kann. Die Gegner der Bebauung reichten vor der Sitzung eine Liste mit rund 1400 Unterschriften ein.

Der Bebauungsplan für den Minoritenplatz wird nicht noch einmal unterteilt. Der Neubau der Volksbank und der mögliche Bau des Sontowski-Geschäftshauses sollen gleichzeitig Baurecht bekommen und auch gestartet werden. Das beschloss der Rat der Stadt Kleve gestern in öffentlicher Sitzung mit Mehrheit gegen die Stimmen der Grünen. Die hatten keine Einwände gegen eine Trennung des Planes.

Diese Trennung hatte die Verwaltung vorgeschlagen, damit die Bank schon vor dem Sommer mit dem Bau beginnen kann. Jetzt werde sie eben zwei Monate länger warten müssen, konstatierte CDU-Fraktionschef Udo Janssen: "Wir wollen, dass der Platz in einem Guss bebaut werden kann. Solange kann die Bank noch warten". Daniel Rütter, Fraktionschef der FDP, hatte ins Feld geführt, den Bau der Bank auch nochmals vom Wasserweg verschieben zu können, falls das Geschäftshaus Sontowski scheitere. SPD-Fraktionschef Alexander Frantz befürwortete, Sontowski und Volksbank in einem Beschluss zu haben.

In der Diskussion über den Neubau der Volksbank informierte Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer auf Nachfrage von Grünen-Ratsmitglied Wiltrud Schnütgen, dass der Bau 50 Zentimeter höher werde, aber sich an die Höhen der umliegenden Gebäude orientiere. Dadurch, dass das Gebäude um angehoben wurde, liege die Bodenplatte oberhalb der neuen Stadtmauer. Vor allem habe man nur so den behindertengerechten Übergang von der Herzogbrücke entlang des Kanals erreichen können.

Zum geplanten Wohnhaus am Regenbogen, dem eine Blutbuche weichen und das über einen alten Keller erreichtet werden soll, wird es eine Veränderungssperre geben. Auch wird der Bebauungsplan dort geändert werden. Bei Enthaltung der CDU und den Gegenstimmen der FDP wurde das mit Mehrheit beschlossen. Der Investor habe gegen eine Verordnung des Kreises verstoßen, die eine Fällung dieses Baumes nach der 18. Woche nicht mehr erlaube, obwohl eine Fällgenehmigung vorlag, hieß es.

Auch befürchteten Ratsmitglieder, dass der Investor ebenso wenig Rücksicht auf den Keller wie auf den Baum nehmen könnte. "Ich habe keine Bedenken gegen die Statik an sich — aber ich fürchte, dass sie zu Lasten des Kellers geht", so Schnütgen. Jörg Cosar (CDU) betonte gestern Abend: "Ich halte den Keller für absolut schützenswürdig!" FDP-Chef Daniel Rütter bemängelte, dass man hier kein Exempel statuieren dürfe — der Investor solle lediglich wegen des Verstoßes gegen ein Naturschutzgesetz belangt werden.

Der Antrag der FDP, ein eigenes Gutachten über die Verträglichkeit der Sontowski-Pläne anfertigen zu lassen, wurde mit Mehrheit abgelehnt. Schließlich stehe die Verwaltung vor der Vergabe der Fortschreibung des Einzelhandelsgutachtens für die Stadt Kleve — und das schließe Sontowski ein. "Warum sollen wir das doppelt machen?", argumentierte Janssen.

(RP/rl)