Kleve: Volksbank Kleverland wächst weiter

Kleve : Volksbank Kleverland wächst weiter

Die Genossenschaftsbank konnte ihr Ergebnis 2017 verbessern. Die Verbundbilanzsumme wuchs um 100 Millionen Euro auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Vertrag mit Vorstand Severin Seidel bis 2023 verlängert.

Im vergangenen Jahr konnte die Volksbank Kleverland ihre Bilanzsumme und das Ergebnis weiter verbessern. Das Kreditgeschäft stieg um fünf Prozent, die Einnahmen um 6,6 Prozent und die Verbundbilanzsumme konnte um 100 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro gesteigert werden.

Gestern legten Vorstandsvorsitzender Frank Ruffing und Aufsichtsratsvorsitzender Hans Geurts die von der Bilanzprüfung bestätigten Zahlen vor. Für die 13.500 Genossen der Bank, die dort Einlagen ab 25 Euro haben, wird eine Dividende von 1,5 Prozent ausgeschüttet. Die war zu Zeiten höherer Zinsen auch schon mal höher, sagte Ruffing. Hans Geurts sieht alles in allem "hervorragende Zahlen der Bank", so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Bei der Volksbank Kleverland arbeiten 160 Mitarbeiter, drei mehr als im Vorjahr. "Auch das ist gegen den Trend - andere bauen Personal ab", sagt Ruffing, der hofft, auch in den kommenden Jahren jungen Bankern eine Zukunft bieten zu können. Im gleichen Atemzug versicherte der Vorstandsvorsitzende, dass man nicht daran denke, weitere Filialen zu schließen. Die sechs Standorte von Kranenburg über Kleve, Bedburg-Hau, Kalkar bis Marienbaum seien sicher. Volksbank-Vorstand Severin Seidel sekundierte: "Unser Filialnetz ist bereits optimiert. Wir haben auch geprüft, was dort zu machen sein könnte. Die Entscheidung war eindeutig: zum jetzigen Zeitpunkt machen Geschäftsstellen-Schließungen für die Volksbank Kleverland keinen Sinn", so Seidel.

Anders sieht es bei den Geldautomaten aus: Hier gibt es noch weitere sechs Stellen neben den Filialen und der Hauptstelle, an denen der Kunde Geld ziehen kann. Das sei eine Dienstleistung, sagt Hans Geurts: Im großen und ganzen seien diese Automaten für die Banken Zuschussgeschäfte. "Nur Einzelne, wie der am EOC in Kleve zum Beispiel, rechnen sich", sagt Ruffing. Den in Wissel habe man jetzt schließen müssen - auch im Einvernehmen mit dem Vermieter, der nach dem Versuch einer Sprengung lieber keinen Geldautomaten mehr in seinem Haus wissen wolle. "Wir versuchen, für unsere Kunden in Wissel eine Möglichkeit zu finden, mit der Karte beispielsweise in einem Geschäft Bargeld ausgezahlt zu bekommen", versprach Ruffing.

Auch für das kommende Jahr sei man optimistisch, die Zahlen weiter verbessern zu können, sagt Ruffing. Die Region sei in stabiler Verfassung, das Wirtschaftswachstum liege bei zwei Prozent, die man auch in der Region erreichen werde: "Die Inlandsnachfrage steigt, Auslandsaufträge kommen", rechnet der Vorstandsvorsitzende aus. Seine Devise für 2018: "Wir wollen weiter wachsen und ein sicherer Arbeitgeber sein". Einen Seitenhieb auf die Situation der Konkurrenz konnte sich Geurts nicht verkneifen: Die Sparkasse Rhein-Maas sei kürzlich mit mehr als acht Millionen Euro vom Kreis mit Steuergeldern gestützt worden, während die Volksbank aus eigenen Mitteln ihr Eigenkapital ausgebaut habe. Die Volksbank müsse in solchen Fällen nicht auf Steuergelder zurückgreifen. "Wir haben dafür einen Ausgleichsfond, in den wir einzahlen", sagt Geurts.

Severin Seidel, der mit Ruffing im Jahr 2005 nach Kleve kam, hat seinen Vertrag verlängert. "Er geht nicht zurück in seine Heimat Thüringen, er bleibt", sagt Geurts. Man habe den ursprünglich bis 2019 datierten Vertrag des 46-Jährigen bis 2023 verlängert. "Damit sind beide Vorstände die nächsten fünf Jahre vertraglich an unser Haus gebunden", sagt Geurts.

(mgr)
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