Vierdaagse Nimwegen 2018

Vierdaagse Nijmegen: „Die Welt kommt nach Nimwegen“

47.000 Wanderer aus aller Herren Länder nehmen an der 102. Vierdaagse im Nachbarland teil. Am Sonntag ist das Feuerwerk.

Die Kaiserstadt an der Waal rüstet sich für das Großereignis des Jahres. Am Samstag beginnt das große Sommerfest, die „Vierdaagsefesten“, das bis zum kommenden Freitag, 20. Juli, gut 1,5 Millionen Besucher in die Innenstadt ziehen wird. Gleichzeitig beginnt am Dienstag, 17. Juli, die 102. Auflage der „Vierdaagse“, der größten Wanderbewegung der Welt. Bis zum Freitag, 20. Juli, nehmen 47.000 Wanderer den Kampf gegen die Blasen auf.

„Das wird wieder eine phänomenale Woche“, freut sich Nimwegens Bürgermeister Hubert Bruls auf „das größte Ereignis in den Niederlanden“. Und ergänzt augenzwinkernd: „Hier wird jedes Jahr nur wegen des Wetters genörgelt.“

Dass ganz Nimwegen für eine Woche eine einzige Feiermeile ist, betont Walter Hamers, Vorsitzender der Stiftung Vierdaagsefeesten. Zum 49. Mal wird die „Party des Jahres“ organisiert. An der längsten Theke der Niederlande gibt es zwischen Kelkensbos und Kronenbrugerpark 40 Bühnen mit Live-Musik, ob Klassik, Pop oder Rap, für jeden ist etwas dabei. Ein ganz besonderer Höhepunkt ist stets das große Feuerwerk „Waal in Flammen“. Mehr als 20 Minuten dauert das Spektakel, das früher immer dienstags stattfand, mittlerweile aber jeweils am Sonntag ab 22.30 Uhr Hunderttausend anzieht. Wer aus dem Kreis Kleve anreisen möchte, dem sei empfohlen, sich zeitig in Nimwegen einen Parkplatz zu sichern, denn sämtliche Tiefgaragen sind während der Festivitäten geschlossen. Im Internet kann man sich über Park & Ride Möglichkeiten informieren.

Für Henny Sackers sind die Vierdaagse, die am Dienstag beginnen, etwas besonderes. Der 62-Jährige ist erstmals als Marschleiter der Vorsitzende der Stiftung „De Vierdaagse“. Sackers ist in den vergangenen Jahrzehnten 25 Mal mitgelaufen bei der „Olympiade der Wanderer“. Eine Verletzung stoppte ihn 1997. „Da hat mich der damalige Marschleiter Chris Bos angerufen, ob ich nicht Lust hätte, um bei der Stiftung mitzuarbeiten“, erzählt Sackers, „das war der Anfang meiner Karriere“. 2008 wurde Johan Willemstein der Vorsitzende, Henny Sackers sein Stellvertreter bis zum letzten Jahr, als ihm die Vierdaagse-Fahne überreicht wurde. „Das war ein besonderer Moment, fast wie bei den Olympischen Spielen“, erinnert sich Henny Sackers an den emotionalen Moment.

  • Kleve/Nimwegen : 44.000 Wanderer in Nimwegen am Start

Wenn die 102. Auflage am kommenden Dienstag um 4 Uhr beginnt, dann ist der neue Marschleiter natürlich schon ab 2.15 Uhr hellwach, um pünktlich am Startplatz Wedren die Teilnehmer auf die Reise zu schicken. 47.000 Wanderer aus 84 Nationen von Afghanistan bis Zimbabwe sind an vier Tagen rund um Nimwegen jeweils 30, 40 und 50 Kilometer unterwegs, erstmals auch aus Eritrea, Gambia, Oman, Palestina und Tansania.

Mit dabei sind auch 6000 Soldaten aus 28 Nationen, die jeden Tag in Uniform 40 Kilometer wandern und zusätzlich einen zehn Kilo schweren Rucksack schultern. Für sie ist die Zeltstadt Camp Heumensoord Start und Ziel. Höhepunkt ist am Freitag, dem vierten und letzten Tag der Wanderveranstaltung, der grandiose Anmarsch der Teilnehmer über die „Via Gladiola“, wo alle im Ziel in der Innenstadt mit Gladiolen empfangen werden.

„Die Welt kommt nach Nimwegen“, sagt Henny Sackers, der seit zehn Jahren als Professor für Strafrecht in den Niederlande an der Universität Nimwegen lehrt. „Die Vierdaagse-Organisation ist ehrenamtlich, zehn bis zwölf Stunden mache ich das wöchentlich, an den letzten vier Wochen natürlich ganztägig“, betont der Marschleiter. Für die Vierdaagse macht er extra Urlaub. Neben weiteren vier ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern sind zwölf Mitarbeiter seit Jahren eingestellt worden, um sich um das große Event zu kümmern. „Ich bin übrigens der erste Marschleiter, der aus Nimwegen selbst kommt“, ist Sackers auch noch ein bisschen stolz.