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Vier Jahre Haft für mutmaßlichen Terroristen aus Kleve gefordert

Urteil nächste Woche möglich : Vier Jahre Haft für mutmaßlichen Terroristen aus Kleve gefordert

Die Bundesanwaltschaft hat für einen mutmaßlichen Terroristen der islamistischen Al-Nusra-Front vier Jahre Haft gefordert. Der deutsche Angeklagte war vor acht Jahren aus seiner Heimat in Kleve verschwunden.

Die Bundesanwaltschaft hat für einen mutmaßlichen Terroristen aus Kleve vier Jahre Haft gefordert. Der 30-Jährige soll laut Anklage 2013 im syrischen Bürgerkrieg für die dschihadistisch-salafistische al-Nusra-Front gegen das Regime von Diktator Baschar al-Assad gekämpft haben. Im vergangenen Jahr wurde der Mann im Senegal festgenommen, nachdem er ins Visier australischer und US-amerikanischer Ermittler geraten war. Sie hatten den deutschen Fahndern gemeldet, dass der Name des Klevers auf mehreren Western-Union-Überweisungen an bekannte Islamisten steht.

Der Klever soll 2012 in Kenia zum Islam konvertiert sein, wo er sich als Buschpilot versuchte. In dem ostafrikanischen Land habe er ein Leben als Nomade geführt und in Strohhütten gelebt, so sagte er während des Prozesses vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf. Der Grund für die Hinwendung zur Religion soll seine damalige Freundin und spätere Ehefrau gewesen sein, die zur Minderheit der Muslime in Kenia gehört. Bis zu ihrer Erblindung sei sie sogar als Ministerin tätig gewesen.

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„Die kenianische Regierung kämpft in Somalia gegen die al-Shabaab-Miliz, die auch zu Al-Qaida gehört. Wenn ich fanatisches Al-Qaida-Mitglied gewesen wäre, wäre ich ja quasi mit dem Feind verheiratet gewesen“, sagte der Beschuldigte aus. So wies er den Vorwurf des Salafismus weit von sich, er würde jedwede Weltanschauung akzeptieren und respektieren, so der unter anderem wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland angeklagte Klever.

Die Zeit, die der 30-Jährige im Senegal in Untersuchungshaft verbracht hat, sei ihm bei der Strafzumessung doppelt anzurechnen, beantragte der Vertreter der Bundesanwaltschaft. Monatelang saß er dort hinter Gittern – die schwerste Zeit seines Lebens, wie der Angeklagte vor Wochen erklärte. Das Urteil könnte am Dienstag, 7. Dezember, verkündet werden. Vor einigen Tagen erklärte der Klever bereits, dass er keine Zukunftsängste habe. Auf die Frage nach seiner beruflichen Perspektive sagte der Weltenbummler: „Irgendetwas finde ich immer.“

(dpa)