Kalkar: Vertriebene Schotten lagern in der Stadt Kalkar

Kalkar : Vertriebene Schotten lagern in der Stadt Kalkar

Zweite Auflage der Ritterspiele vor der historischen Wallanlage mit Wikingern, Bogenschützen und Kriegern.

Mittelalterliche Gesellen campierten vor der historischen Wallanlage der Stadt Kalkar. Wikinger, schottische Clans, niederrheinische Bogenschützen und schwerbewaffnete Krieger waren zum Schwanenhorst gereist, um an der zweiten Auflage der Kalkarer Ritterspiele teilzunehmen.

Gut 70 Aktive reisten an und verwandelten die Grünfläche am Schwanenhorst in ein mittelalterliches Lager. Unter ihnen auch Gitta und Ralf Brodka, die als schottischer Brodie-Clan an der Veranstaltung teilnahmen. Ihre Geschichte: Nach verlorener Schlacht gegen einen verfeindeten Clan befinden sich die Brodies auf der Flucht und verdingen sich auf dem europäischen Festland gemeinsam mit ihrem Begleiter Martin Warmke alias Mac Terry als Söldner.

Eigentlich kommt die schottische Gruppe aus Mülheim an der Ruhr, die Mitglieder nehmen regelmäßig an Mittelalter-Veranstaltungen wie in Kalkar teil. "Wir besuchen zwischen zehn und 15 Veranstaltungen pro Jahr. Highland-Games, Mittelaltermärkte oder Ritterspiele wie in Kalkar - dafür reisen wir bis zu 150 Kilometer", erklärt Gitta Brodka.

Bei der Gestaltung ihres Lagers, in dem die Mülheimer auch nächtigen, legen sie viel Wert auf Authentizität: Gekocht wird nur mit Zutaten, die es auch um das Jahr 1500 schon in Schottland gab, elektrische Hilfsmittel sind tabu. "Sobald eine Veranstaltung beginnt, achten wir darauf, dass kein Plastik mehr zu sehen ist. Kartoffeln kochen wir nicht, weil es die damals in Schottland noch nicht gab - dafür gibt es Süßkartoffeln", sagt Gitta Brodka.

Den Besuchern der Kalkarer Ritterspiele boten die rund 70 Aktiven eine tolle Atmosphäre: Von Lager zu Lager konnten die Besucher bei kostenlosem Eintritt in eine andere Welt eintauchen, wurden gastfreundlich begrüßt und zum Verweilen eingeladen. Spannend wurde es auch bei den Wettkämpfen der Ritter, die sich vor allem am Sonntag beim Lanzenstechen zu Pferd, Schwertkampf oder der "Sauhatz" mit brennenden Speeren auf mit Gas gefüllte Ballons maßen. Auch eine Lama-Schau gab's zu Bestaunen.

Veranstalter Guido Bayer konnte sich bei bestem Wetter über eine gelungene zweite Auflage der Kalkarer Ritterspiele freuen: "Ohne die Sponsoren wäre diese Veranstaltung bei kostenlosem Eintritt nicht möglich. Besonders freut uns, dass neben der Stadt Kalkar und privaten Sponsoren wie der Sparkasse Rhein-Maas und dem Autozentrum Wessels in diesem Jahr auch der Kinderschutzbund zu den Unterstützern zählt und zudem bei der Veranstaltung über seine Arbeit informieren konnte", sagt Bayer.

Im nächsten Jahr sollen die Kalkarer Ritterspiele fortgesetzt werden. "Wir wollen die Veranstaltung behutsam ausbauen - in nächsten Jahr würden wir gerne auch Musiker und Gaukler engagieren. Dafür sind wir aber auf zusätzliche Sponsoren angewiesen", wünscht sich Bayer.

(RP)
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