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Versuchter Mord: Elf Jahre Haft und lebenslanger Führerscheinentzug

Versuchter Mord mit Jeep in Kleve : Elf Jahre Haft und lebenslanger Führerscheinentzug

Die wegen versuchten Mordes angeklagte Issumerin wurde heute vom Gericht zu elf Jahren Haft verurteilt. Ihr Führerschein wurde ihr lebenslänglich entzogen.

Anfang April hatte die 49-jährige Frau ihre Nachbarin mit einem Jeep überfahren. Das Opfer wurde damals lebensgefährlich verletzt und leidet noch heute unter den Folgen des Anschlags. Nun ist die Issumerin zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ihren Führerschein muss sie lebenslänglich abgeben.

Das Gericht begründete das Urteil damit, dass es sich um eine "äußerst brutale Tat" gehandelt hat. Auch wenn die Angeklagte nach wie vor keine Aussage gemacht hat und zu der Tat schweigt, ist sich das Gericht sicher, dass sie die Täterin ist. Spuren am Tatort und die Aussage des Opfers ließen das Gericht zu dieser Entscheidung kommen. Unter anderem wurden an dem Auto der Angeklagten DNA-Spuren des Opfers gefunden. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Die Issumerin hatte im April ihre Nachbarin, die auf einem Fahrrad die Straße entlang fuhr, mit einem Jeep angefahren. Nachdem das Opfer am Boden lag, fuhr die 49-Jährige rückwärts gezielt über ihre Nachbarin. Laut der Staatsanwaltschaft stieg die Issumerin dann aus ihrem Wagen aus und schnitt dem am Boden liegenden Opfer mit einem Messer in den Hals.

Der Tat im April war ein langwieriger Streit vorausgegangen. Die 49-Jährige soll sich immer wieder über parkende Autos an der Straße vor den beiden Häusern aufgeregt haben, sagte das 60-jährige Opfer aus.

Die schwer verletzte Frau konnte am Tatort noch ihre 60-jährige Schwägerin anrufen und um Hilfe bitten. Während des Telefonates hatte sie die Angeklagte als Täterin genannt. Vor Gericht brach die Schwägerin des Opfers mehrmals in Tränen aus und musste ihre Aussage unterbrechen.

Was die Issumerin zu solch einer brutalen Tat getrieben hat, ist immer noch unklar. Ein psychologisches Gutachten verweigerte die 49-Jährige. Das Opfer konnte vor Gericht allenfalls von Nachbarschaftsstreitigkeiten berichten. Die Verurteilte zeigte während der Urteilsverkündung keine Reaktionen.

(skr)