Kreis Kleve: Versorgung von Herzinfarkten wurde untersucht

Kreis Kleve : Versorgung von Herzinfarkten wurde untersucht

Im Rahmen eines zwölfmonatigen Projektes haben Studierende der Hochschule Rhein-Waal die Versorgung von Herzinfarkten im Kreis Kleve überprüft. Das Ergebnis fasst Professor Frank Schmitz kurz zusammen: "Die Versorgung von Herzinfarkten ist ausgezeichnet." Acht Studierende des Studiengangs Gesundheitswissenschaften und -management haben mit Koordinatorin Heike Holtappel 150 Herzinfarkte untersucht. Eine echte Fleißarbeit: Mit Hilfe anonymisierter Patienten- und Versorgungsdaten haben sie "Parameter" der Versorgungsqualität ermittelt. Dazu gehören die sogenannten "Prozesszeiten": Geht es schnell genug? Greifen die Rädchen ineinander? Die Antwort für den Kreis Kleve: Ein klares "Ja". Vom Eintreffen des Notarztes bis zur Wiedereröffnung der verschlossenen Herzkranzarterie im Klinikum vergeht in der Regel keine Stunde.

"Die Überlebenschance bei akutem Herzinfarkt ist im Kreis Kleve deutlich besser als im Landesdurchschnitt", erläutert Dr. Norbert Bayer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie. Er lobt die wichtige Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst des Kreises Kleve: Seit 2005 besteht das Herzinfarkt-Netzwerk-Niederrhein.

Bei den im Projekt untersuchten Herzinfarkten fiel den Studierenden auf, dass mehr als 50 Prozent der Patienten an Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Adipositas litten. "Ein gesunder Lebenswandel kann das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich verringern", betont Bayer. Mit der schnellen Versorgung können Rettungsdienst und Klinikum die Folgen mindern. Das gelingt gut. Mehr als 60 Prozent der Patienten mussten nach geglückter Behandlung keine oder keine nennenswerten gesundheitlichen Einschränkungen hinnehmen. "Die meisten Patienten sind sofort beschwerdefrei", so Bayer.

Eine bestmögliche Notfallversorgung garantieren die Herzkatheterlabore des St.-Antonius-Hospitals Kleve und des Marienhospitals Kevelaer durch Bereitschaftsdienst rund um die Uhr und modernste Technik. Die Überwachungsbettplätze sind wie eine Intensivstation mit einem Monitoringsystem ausgestattet. Die Herzkatheteruntersuchung wird im Katholischen Karl-Leisner-Klinikum seit 2012 routinemäßig vom Handgelenk aus durchgeführt. Der Radialis-Zugang ist ein besonders schonendes Verfahren mit niedriger Komplikationsrate.

Das Projekt "Evaluation zur Herzinfarktversorgung im Kreis Kleve" ist mit den aktuellen Ergebnissen noch nicht am Ende. "Die Zusammenarbeit ist für unsere Studierenden mit vielen Einblicken in die Praxis sehr interessant", freut sich Professor Schmitz. "Wir machen deshalb weiter." Als nächstes wollen sich die Studierenden der Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt widmen, der poststationären Versorgung von Herzinfarktpatienten.

(RP)
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