Verkehrsunfallbilanz Kleve 2018 - weniger verletzte Kinder

Statistik: Mehr Senioren tödlich verunglückt

Generell ist die Zahl der Verkehrstoten gesunken. Aber um die älteren Verkehrsteilnehmer – gerade um Pedelecfahrer – sorgt sich die Polizei.

Etwas Positives vorab: Weniger Kinder als in früheren Jahren wurden bei Unfällen im vergangenen Jahr verletzt. Gegenüber 128 Kindern, die im Jahr 2017 Schaden bei einem Unfall nahmen, musste die Kreispolizei dies 2018 nur 108 mal feststellen. 13 dieser Jungen und Mädchen wurden schwer, 93 leicht verletzt. Kein Kind kam ums Leben – darüber sind Landrat Wolfgang Spreen als Behördenchef und seine Leute sehr froh.

Bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2018 appellierte Spreen, die Bürger mögen noch mehr als bisher darauf achten, vorausschauend und rücksichtsvoll zu fahren. Denn das Leid, das aus schweren Unfällen erwächst, ist oft unermesslich. Achim Jaspers, bisher Leiter der Polizei-Pressestelle und nun Leiter der Direktion Verkehr, weiß das nur zu gut, denn der Klever ist Gründungsmitglied des Opferschutzes. Mehr als einmal hat er Angehörigen die schreckliche Nachricht überbringen müssen.

Generell verzeichnete die Behörde im Berichtszeitraum 9082 Unfälle, davon 1139 mit Personenschaden. 15 Menschen wurden getötet, 316 Menschen schwer verletzt. 15 Tote sind natürlich 15 zu viel, aber die Polizei erinnert daran, dass in den 70er Jahren (da gab es noch keine Anschnallpflicht) sogar schon mal mehr als 100 Tote pro Jahr zu beklagen waren. Verglichen damit wird die Zahl 15 als Erfolg gewertet. Die Unfallhäufigkeit liegt im Kreis allerdings über der im Land, wobei Senioren und Jugendliche besonders häufig betroffen sind. Die Gesamtzahl der Verletzten hat sich in den vergangenen Jahren nur unwesentlich verändert, deutlich zurück ging dabei die Anzahl der verletzten Kinder.

Doch während diese Entwicklung sehr zufriedenstellend verläuft, sorgen sich die Beamten um die älteren Verkehrsteilnehmer. Weil die immer öfter mit dem Pedelec unterwegs sind und das häufig schneller, als empfehlenswert wäre, sind Unfälle nicht selten folgenschwer. „Acht der 15 im vergangenen Jahr bei Unfällen im Kreis Getöteten waren Menschen über 65 Jahre. Vier von ihnen waren als Fußgänger unterwegs“, berichtete Jaspers. Zwei Radfahrer überlebten einen Unfall nicht, einer davon war mit dem Pedelec unterwegs.

Um älteren E-Bike-Fahrern die Risiken des schnellen Fahrens vor Augen zu führen, finden überall im Kreis Fahrsicherheitstrainings statt. Die werden sehr gut angenommen und werden fortgeführt. Ebenso wie die Schulung von Grundschülern. Jugendliche, die das zehnte oder elfte Schuljahr besuchen, sind Adressaten für das Projekt „Crash Kurs NRW“, das (Auto-)Fahranfänger für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisieren soll. Denn Rasen ist noch immer der gefährlichste Regelverstoß. Auch das Handy am Steuer wird hart bestraft, wenn es festgestellt wird. „Bei schweren Unfällen stellen wir auch Handys sicher und beantragen bei der Staatsanwaltschaft die Untersuchung. Mit Verweis auf den Datenschutz wird dies aber meist abgelehnt“, berichtete Jaspers.

Ein wenig stolz ist die Kreispolizei über ihre Aufklärungsquote bei Unfallfluchten. Da fast jeder zweite Unfallverursacher ermittelt wird, empfiehlt es sich nicht, sich bei einem eventuell auch nur kleinen Kratzer davon zu stehlen. Und wenn jemand verletzt wurde, was 2018 insgesamt 104 mal geschah, drohen empfindliche Strafen. Dank technischer Errungenschaften wie der Spurensicherungsfolie sind die Ermittlungserfolge groß – und für die Verursacher schmerzhaft. Übrigens wird die Kreispolizei von der kommenden Woche an nur noch wenige Kontrollstellen vorher mitteilen.

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