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Kleve: Verkehrsberuhigung für den Klever Park

Kleve : Verkehrsberuhigung für den Klever Park

Streit um die Querspange zwischen Donsbrüggen und Rindern überlagert Diskussion um das Parkpflegewerk. Gartenarchitektin schlägt vor, über die Bundesstraße durch das Amphitheater nachzudenken.

Für die Bewohner aus Donsbrüggen und aus Rindern ist sie das rote Tuch schlechthin: die Querspange. Die liegt zwar irgendwo tief unten in den Schubladen der Planer und lauert dort, so fürchten die Bewohner der beiden Ortschaften, noch darauf, quer durch die Niederung zwischen Ortsausgang Donsbrüggen in Richtung Kleve und Ortseingang Rindern parallel zur Eichenallee gezogen zu werden. Also entbrannte im Umwelt- und Verkehrsausschuss an dem Satz der Gartenarchitektin Elke Lorenz, die für den Klever Tiergarten mit Amphitheater und Forstgarten ein Parkpflegewerk erstellt hat, nicht die Diskussion um die Klever Parks, sondern die über die Straße.

Lorenz hatte angemerkt, dass der historische Park es verdient hätte, den Verkehr möglichst herauszuhalten: "Hierzu sollte überprüft werden, ob die Bundesstraße (Tiergartenstraße) auf eine alternative Streckenführung außerhalb des über zwei Alleendreiecke definierten Gartendenkmals Neuer Tiergarten verlegt werden könnte", heißt es in ihren Ausführungen zum Parkpflegewerk. Alternativ schlägt die Planerin "eine Entwicklung der Tiergartenstraße mit Unterordnung der Verkehrsnutzung in ein gestalterisches Gesamtkonzept sowie einer Verkehrsberuhigung" vor.

Ein richtiger Vorschlag: Der Park hätte es verdient, verkehrsberuhigt zu werden, schließlich gehört er zu den ausgezeichneten Gartenkunstwerken in Europa. Lorenz zunächst wertfrei gemachter Vorschlag bekommt aber für die Bewohner Donsbrüggens, die seit Jahren auf eine Beruhigung ihrer Ortsdurchfahrt warten, einen anderen Zungenschlag: Sie fürchten, dass die Querspange wieder aus der Kiste kommt. Und mit der Querspange, so die Argumentation vieler, gibt's keine Umgehung Donsbrüggens.

"Durch ein Parkpflegewerk kann keine Straße umgelegt werden", beteuerte hingegen Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer. Das unterstrich auch Ausschuss-Vorsitzender Michael Bay, der daran erinnerte, dass hier das Parkpflegewerk für den Neuen Tiergarten anstehe und man nicht daran denke, die Querspange wieder hervorzuholen.

Josef Gietemann von der SPD in Kleve hingegen äußerste schwere Bedenken gegen diesen Satz: "Darüber müssen wir diskutieren, das können wir nicht unkommentiert stehenlassen", sagte der Sozialdemokrat. Auch Förster Gerhard Thomas, beratendes Ausschussmitglied für die CDU im Ausschuss, teilte die Bedenken Josef Gietemanns. Schließlich führe die Querspange durch sensible Bereiche, sagte er. Werner Verhoeven von der CDU betonte, dass seiner Partei das Parkpflegewerk sehr am Herzen liege und man sich darauf konzentrieren solle. Es gelte ein Werk zu verabschieden, wie man es im Kulturausschuss besprochen habe, das langfristig die bedeutenden Gärten Kleves sichere.

Rauer hob hervor, dass Parkpflegewerke über lange Zeiträume geschrieben werden und nicht zeitnah alle darin beschriebenen Maßnahmen umgesetzt werden. Die einzelnen Maßnahmen würden dann ja auch wieder, wenn sie anstehen, den Fachausschüssen vorgestellt und müssten jeweils wieder beschlossen werden. Vor diesem Hintergrund sei es aber auch angebracht, über eine Beruhigung oder Entlastung der Bundesstraße, die den Park zerteilt, nachzudenken, mahnte der technische Beigeordnete. Vielleicht würde eine solche Diskussion ohne Querspange auch die Bürger in Donsbrüggen beruhigen, dass diese Planung wirklich tief unten in den Schublagen liegt.

Der Punkt geht in die Fraktionsberatung und wird frühestens im Hauptausschuss abgestimmt, der am 29. März, 17 Uhr, im Blauen Salon der Stadthalle tagt.

(RP)