Kalkar: Verein möchte Monterburg neu beleben

Kalkar : Verein möchte Monterburg neu beleben

Als "Die Burg im Berg" beschreibt eine Gruppe historisch Interessierter aus Kalkar die versunkene mittelalterliche Burg am Monreberg. Mittels Bodenradar sollen die alten Strukturen sichtbar gemacht werden. Dafür sind Spenden nötig.

Für Peter Wolters steht der Erfolg eigentlich außer frage - vorausgesetzt, das "Crowdfunding" erbringt die benötigte Summe für die erste wichtige Aktion. Der Verein Monterburg, dessen 2. Vorsitzender Wolters ist, möchte die "Burg im Berg" bei Altkalkar zurück ins Bewusstsein der Öffentlichkeit holen. Seit über drei Jahren beschäftigen sich inzwischen rund 20 Mittelalter- und Kalkar-Fans mit der Herausforderung, wie es gelingen kann, zumindest Spuren der alten Burganlage ans Tageslicht zu holen und für Besucher erlebbar zu machen. "Diese Spuren aufzufinden, archäologisch zu untersuchen und in einen historischen Zusammenhang zu stellen ist das Ziel des Vereins Monterburg", sagt der Mann, den viele als Direktor des Klever Berufskollegs kennen.

Den Weg dahin stellen sich die Akteure so vor: Mittels Bodenradar soll eine zerstörungsfreie Durchleuchtung des Untergrundes geschehen. So können Spuren, die es im Monreberg sicherlich gebe, gefunden und ein erster Lageplan erstellt werden. Etwa 5000 Euro soll das kosten - eine Summe, die mittels Crowdfunding zusammenkommen soll. Die Volksbank Kleverland gibt einen Teil dazu, wenn sich möglichst viele Unterstützer bereit finden, eine gewisse Summe zu spenden. Das Geld muss bis Ende November auf dem Voba-Konto eingegangen sein, dann kann's losgehen.

Mit einer untergegangenen Burg, die natürlich nicht komplett wieder aufgebaut werde kann, wohl aber in ihren Grundzügen angedeutet und mit neuen Bauelementen versehen werden könnte, beschäftigt sich auch ein Verein in der Nähe von Detmold. Die Wiederbelebung der "Falkenburg" nehmen sich die Kalkarer zum Vorbild für "ihre" Monterburg. Die entstand nach eindeutigen Quellen um das Jahr 1000 als Sitz der Grafen von Hamaland. "Deren Motte ist noch heute zu besichtiegn", sagt Stadtführern Helene Meurs, die sich mit der Materie bestens auskennt. Der Erzbischof von Köln erlaubte Graf Dietrich von Kleve 20 Jahre nach Gründung der Stadt Kalkar den Bau einer Burg. Auf dem Kupferstich von 1574, den Braun und Hoogenberg fertigten, ist die Burg zu sehen, besser noch auf einer Kartenzeichnung von Johann van der Waayen einige Jahre später. Die skizzenhafte zeichnung zeigt deutlich die Struktur der Anlage, ihre Befestigung, das Zugangstor, Bergfried und Kapelle.

Noch heute ist der von Menschen geschaffene Erdhügel auf dem die Burg stand, "Motte" genannt, vorhanden. Die nicht mehr genutzten Hochbehälter der früheren Kalkarer Wasserversorgung samt "Römerbrunnen" (der durchaus mittelalterlich sein kann) stehen noch heute auf der Anhöhe. Und dort gibt es auch den Aussichtspunkt "Ende der Welt", der früher ein beliebtes Ziel für den Sonntagsspaziergang war. Tief unter der Waldkante rauschen Autos auf der B 57 zwischen Kalkar und Xanten entlang - ein Höhenunterschied fast wie im Gebirge. Motten gibt es am Niederrhein einige - Hochelten, Montferland, der Duivelsberg bei Zyfflich. Viel mehr Höhe brauchte es am flachen Niederrhein ja nicht, um weit blicken zu können.

Wer nun helfen möchte, die Strukturen der Kalkarer Burg denkbargerecht zu erhalten und auch für Nicht-Wissenschaftler wieder sichtbar zu machen, kann sich an die Volksbank Kleverland wenden und Unterstützer werden. Das ist nur bis zum 30. November möglich; dann endet die Spendensammelaktion. Viele Male einige Euro bringen viel, betonen die Initiatoren des Crowdfunding. Sollten die 5000 Euro nicht erreicht werden, fällt das Geld an die registrierten Sponsoren zurück. Gespendet haben übrigens auch schon die Sparkasse Rhein-Maas, der Landrat und die Stadt Kalkar. Sie alle hoffen auf einen Erfolg der Aktion.

(RP)
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