Niederrhein: VdK rückt den Pflegebedarf in den Fokus

Niederrhein : VdK rückt den Pflegebedarf in den Fokus

Sozialverband VdK Niederrhein auf 21 330 Mitglieder angewachsen. Sprechstunden regelmäßig überlaufen. Vorstand mahnt zum langfristigen Planen der Pflegeversorgung und fragt nach modernen Quartieren für alle Generationen.

Wenn der Sozialverband VdK Niederrhein zum Jahresgespräch einlädt, kann man sich immer auf eins verlassen: gestiegene Mitgliederzahlen. "Wir leben von den Mängeln der Sozialgesetzgebung", bringt Vorsitzender Horst Vöge die Entwicklung auf den Punkt. So kann der VdK (Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner) in den Kreisen Wesel und Kleve sowie in der Stadt Duisburg auf nunmehr 21 330 Mitglieder mit einem von 63 auf 61 Jahre gesunkenen Durchschnittsalter verweisen.

Foto: Hohl, Ralf (hohl)

In der Rückschau hat der Verband pro Jahr im Durchschnitt um 1000 Mitglieder zugelegt. Das Gros kommt mit 46 Prozent aus dem Kreis Wesel. Duisburg, erst seit sechs Jahren im Kreisverband und davor rückläufig, nimmt zu und bringt es zurzeit auf 28 Prozent. Es gibt 53 Ortsverbände und Sprechstunden an 15 Orten. Diese sind regelmäßig überlaufen. Hier läuft ein Kerngeschäft des VdK: die Rechtsberatung. Vom Pflegebett über den Behindertenparkschein bis zur Rente erstreitet der VdK alles. Und je mehr Probleme die Menschen mit Versorgungsfragen haben, umso eher werden sie VdK-Mitglieder.

Die Zukunft der Pflege ist wegen der bekannten Demographie-Prognosen ein Hauptthema, das Vorsitzender Horst Vöge, Stellvertreterin Erika Heckmann und Geschäftsführer Robert Walter gestern in Wesel in den Mittelpunkt rückten. Waren 2011 noch 15 000 Menschen im Kreis Wesel pflegebedürftig, so werden es 2030 mehr als 23 000 sein. Die 16 Jahre bis dahin sollten für den Aufbau der nötigen Versorgungssysteme genutzt werden, sagt der VdK und sucht den Dialog mit der Politik.

Wie der Vorstand erläuterte, geht es "nicht um einen Grabenkrieg der Generationen". Im Gegenteil seien viel mehr moderne generationenübergreifende Wohnquartiere zu schaffen, um Vereinzelung älterer Menschen ebenso entgegenzuwirken wie die Betreuung jüngerer zu fördern.

Barrierefreiheit spielt bei den Arbeitsthemen des VdK eine große Rolle, ebenso Verkehrsinfrastruktur oder Gesundheitsnetzwerke gegen den Ärztemangel in ländlichen Regionen. Mit Angehörigen (meist Frauen), die unter der Last der häuslichen Pflege zu zerbrechen drohen, befasst sich der VdK ebenfalls. 30 Prozent der Senioren, so Robert Walter, müssten nicht in Pflegeheime, wenn ihr Umfeld stimmen würde.

Um für bald 22 000 Mitglieder die vielfältigen Aufgaben stemmen zu können, will der VdK auch seine Ehrenamtlichen fitter machen.

(RP)
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