Urteil gegen Rumänen für versuchten Goldraub in Kleve gefällt.

Kleve : Bewährung für versuchten Raub

Diebstahl bei Goldschmied Markus Breuckmann. Verhandlung vor dem Amtsgericht.

Es war ein Tag im Januar, der für Markus Breuckmann (48) zu einem von bleibender Erinnerung wurde. Der Goldschmiedemeister verkauft in einem sehenswerten, historischen Haus auf der Kavarinerstraße wertvolle Schmuckstücke. Zwei Rumänen betraten damals sein Geschäft und gaben sich als Vater und Sohn aus. Der Vater trug einen Anzug, glänzende Lackschuhe und Goldzähne. Seine Tochter habe eine Prüfung bestanden und solle dafür ein Geschenk bekommen. Der zweite Satz lautete: „Geld spielt keine Rolle.“ Aus Geschenk wurden Geschenke, die Prüfung war offenbar eine bedeutende. Das Duo wollte nur Goldschmuck sehen und entschied sich trotz der nicht alltäglichen Preise zügig für reichlich exquisite Kreationen. Das Kreditkartenlimit reichte nicht, der Vater verließ das Geschäft, um Geld zu ziehen. Wie sich später herausstellte, hatte er da schon goldene Ringe und Ohrstecker gestohlen.

Wo man schon einmal bei Breuckmann war, packte der Sohn noch zwei wertvolle Uhren und einen Ring dazu. Der Wert stieg auf mehr als 10.000 Euro. Als er das Geschäft verlassen wollte, um Geld zu holen, stellte der 48-Jährige sich ihm in den Weg. Der Rumäne schaffte es, zu entkommen – zusammen mit Passanten konnte er in der Fußgängerzone gestoppt werden. Es kam zu einer  Prügelei. Der gestellte Mann drohte gleich dem ersten Helfer. ‚Ich mach dich tot‘ habe er gesagt, so Breuckmann. Noch auf dem Boden liegend wurden ihm Designerstücke aus den Taschen gezogen.

Er gab an, 17 Jahre alt zu sein. Papiere hatte er offenbar keine. „Ich schätze ihn auf 24, 25 Jahre“, sagt der Schmuckhändler. Vor dem Amtsgericht kam es jetzt zur Verhandlung. Der Vorwurf: versuchter, räuberischer Diebstahl. Der Goldschmiedemeister wurde als Zeuge geladen. Einen Anwalt nahm er sich nicht. „Auf den Kosten wäre ich ohnehin sitzen geblieben.“ Das Gericht hielt an dem Alter von 17 Jahren fest, da die Identität des Rumänen nicht abschließend geklärt werden konnte. Verurteilt wurde er zu neun Monaten Haft, die jedoch auf Bewährung ausgesprochen wurden. Die Gegenseite wollte den Klever auf Freiheitsberaubung und Körperverletzung anklagen, was nicht zugelassen wurde.

Breuckmann wurde bei der Verhandlung als Zeuge geladen und musste er bei der Urteilsverkündung draußen warten. „Als alles vorbei war, kam der Verteidiger mit einem Lächeln an mir vorbei gelaufen und sagte, wie das Urteil ausgefallen ist“, betont der Klever. Den Tag und das Urteil kann er nicht vergessen, die gestohlenen Stücke im Wert von 4300 Euro hingegen schon.

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