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Unternehmer plant Auskiesung in Hau

Widerstand gegen Pläne : Unternehmer plant Auskiesung in Hau

Bürgermeister Peter Driessen möchte das verhindern. Anwohner protestieren. Auch die Politik ist besorgt.

Seit einem Vierteljahrhundert ist das Areal im  Ortsteil Hau, zwischen Antoniterstraße und Saalstraße, von der Bezirksregierung als Auskiesungsfläche ausgewiesen. Doch darum kümmerte sich bislang niemand, die Fläche wurde lediglich als Ackerland genutzt. Jetzt, heimlich still und leise, hat ein Unternehmer das Land verschiedenen Bauern abgekauft. Um 16 Hektar soll es sich handeln. In wenigen Tagen will er beim Kreis Kleve eine Auskiesungsgenehmigung beantragen. Sehr zum Ärger  vieler Menschen.

Bürgermeister Peter Driessen gab am Montag eine Pressemitteilung heraus. Demnach habe die Verwaltung erst in der vergangenen Woche erfahren, dass ein Bauunternehmer dort Land erworben hat. Ein Antrag auf Auskiesung liege, so Driessen, bislang weder der Gemeindeverwaltung noch der Genehmigungsbehörde, Kreisverwaltung Kleve, vor. In Kürze werde ein erstes Erörterungsgespräch mit dem Bauunternehmer und seinem Landschaftsplaner stattfinden. Bürgermeister Driessen sind die Pläne des Unternehmers ein Dorn im Auge. „Grundsätzlich sind sich Rat und Verwaltung einig, dass weitere Auskiesungsflächen in der Gemeinde Bedburg-Hau nicht entstehen sollen“, sagt er. Bauamtsleiter Dieter Henseler geht davon aus, dass die Gemeinde, nachdem der Antrag vorliegt und das Anliegen der Politik vorgestellt wurde, Bedenken gegen die geplante Auskiesung vortragen wird. „Das ist schon ein großer Eingriff in die Natur“, sagt Henseler.

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Einige Anwohner laufen bereits Sturm gegen die Auskiesungs-Pläne. Das Areal sei nicht geeignet für eine Auskiesung, sagt ein Nachbar, der namentlich nicht genannt werden möchte. Bei Antoniter- und Saalstraße handele sich sich um Anliegerstraßen, bei denen das Ruhebedürfnis der Bürger schutzwürdig sei. Außerdem gebe in in der Nähe die St.-Antonus-Grundschule. „Es wird bestimmt nicht bei den fünf bis zehn Lkw täglich bleiben, von denen der Unternehmer spricht. Wir befürchten, dass die Kiesanlage an allen Werktagen, also auch samstags, von 6 bis 22 Uhr rappelt“, sagt er.

Die Bedburg-Hauer SPD-Fraktion schließt sich der Aussage des Bürgermeisters, dass keine weitere Auskiesung gewünscht sei, an. „Das wäre auf jeden Fall mit Belästigungen der Anwohner verbunden. Dass die Firma die Flächen aufgekauft hat, ist bedauerlich. Wir haben eh schon landschaftliche Eingriffe ins Gemeindegebiet, die zu einem „Schweizer Käse’ geführt haben“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm van Beek.  CDU-Chefin Silke Gorißen betont ebenfalls, dass ihre Fraktion den Plänen sehr kritisch gegenüber stehe und dass das auch für die Grünen gelte.