1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Unsere Wochen zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise

Unsere Woche : Die Angst läuft mit

Corona macht unheimlich viel kaputt. Wie verheerend die (wirtschaftlichen) Folgen sind, lässt sich jetzt noch nicht allumfassend sagen. Wir sollten allerdings frühzeitig dagegensteuern.

Corona, ich kann dich nicht leiden. Du machst so viel kaputt. Menschen. Unser Zusammenleben, unsere Wirtschaft. Wenn es nicht so sinnlos wäre, würde ich sagen: Hau’ ab und hör’ auf damit.

Ein Beispiel: Deinetwegen hat Kleves Stadtkämmerer Willibrord Haas am Mittwoch eine Haushaltssperre erlassen. Jeder Euro, den die Stadt künftig ausgeben möchte, wird zweimal umgedreht. Einmal vom zuständigen Fachbereich und einmal von Herrn Haas. Nur wenn er sagt, ja, das ist okay, wird das Geld ausgegeben. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen: Das wird die Stadt und ihre Entwicklung lähmen.

Warum macht Herr Haas das? Weil durch die Corona-Krise vieles nicht mehr so läuft wie bisher. Dafür läuft etwas anderes ganz gehörig mit. Angst. Angst vor der Ansteckung. Angst vor Verlust. Angst vor der Zukunft. Und Angst ist einfach kein guter Begleiter. Das war und ist sie noch nie.

Auch Kleves Stadtkämmerer Willibrord Haas hat Sorge. Er rechnet mit Mindereinnahmen von mehr als zehn Millionen Euro im Jahr 2020 und zieht deshalb die Notbremse für seinen städtischen Haushalt. Das macht er übrigens nicht zum ersten Mal. 2014, 2010 und 2006 gab es ebenfalls Haushaltssperren in Kleve. In allen Fällen waren weggebrochene Gewerbesteuereinnahmen der Grund. Mal waren es knapp 3,5 Millionen Euro, mal rund sechs Millionen Euro. Die Lösung, so Haas, war immer „Sparen“.

Der Unterschied zu heute: Damals geriet ein Unternehmen in Schieflage, 2020 sind es viele. Wie viele genau, das steht noch nicht fest. Und das möchte ich mir jetzt auch noch gar nicht vorstellen. Spätestens im Herbst, im nächsten Jahr, 2022 werden die wirtschaftlichen Corona-Folgen sehen und spüren.

Was tun? Etwas tun! Kleine, persönliche Konjunkturpakete schnüren. Kleider kaufen, auch wenn wir sie nicht so richtig anziehen können. Essen gehen, auch wenn wir mit Maske ins Restaurant und dort unsere Adresse abgeben müssen. Verreisen. Handwerker bestellen. Investitionen tätigen. Natürlich alles mit Bedacht und den nötigen Abstands- und Hygieneregeln. Nichts tun ist für mich keine Option.