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Unsere Woche zur Corona-Krise im Kreis Kleve: Zusammenhalten!

Unsere Woche : Zusammenhalten!

Die Marschroute von Landrat Wolfgang Spreen ist weiterhin defensiv. Die der Bürgermeister aber gerade auch nicht vorbildlich.

Landrat Wolfgang Spreen will keine Ausgangssperre verhängen. Okay. Nicht okay ist seine bisherige und weiterhin geplante Vorgehensweise, die Bevölkerung im Kreis Kleve nur mit den notwendigsten Informationen zu versorgen. Er will die Bürger nicht beunruhigen, sagt er noch einmal ausdrücklich im Gespräch mit unserer Redaktion. Ich sage: Je größer die Unbekannte, desto größer die Angst. Aus Angst wird schnell Panik. Und wenn Menschen panisch sind, dann machen sie Dinge, die sie sonst vielleicht nicht tun würden. 50 Rollen Toilettenpapier kaufen, zum Beispiel.

Nun gut, ich habe wenig Hoffnung, dass der Landrat seine Marschroute ändern wird. Manche sagen: Muss er ja auch nicht. Schließlich stellt er sich im September – falls die Kommunalwahl denn stattfinden wird – nicht mehr zur Wahl. Was er wohl muss: Bis dahin die politische Verantwortung tragen. Er ist der Chef des Krisenstabs, der am Freitag ankündigt, am Samstag keine Informationen zu liefern. Provokant formuliert: Heute findet wohl kein Corona im Kreis Kleve statt. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sieben Tage in der Woche helfen. Die sich einsetzen, die Abstriche nehmen, die an der Kasse sitzen und Lebensmittel verkaufen. Für alljene, die in diesen Tagen Herausragendes leisten. Danke dafür. Das muss auch mal gesagt werden. Schön ist auch, dass immer mehr Menschen an einen Strang ziehen. Sie gründen Nachbarschaftshilfen, rufen auf zur Solidarität. Für den Einzelhandel zum Beispiel.

Apropos lokale Wirtschaft: Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis Kleve wollen den Vorschlag von Landrat Wolfgang Spreen, zehn Millionen Euro zur Unterstützung von Kreis Klever Firmen bereitzustellen, derzeit nicht unterstützen. Das gaben sie am späten Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung bekannt. Warum: Weil der Landrat diese finanzielle Hilfe des Kreises mit den jeweiligen Kommunen offenbar nicht abgestimmt hat. Weil sie schlussendlich die Kosten über die Kreisumlage tragen. Okay, das war vielleicht nicht die feine Art von Wolfgang Spreen. Deswegen jedoch die lokale Wirtschaft nicht zu unterstützen, ist alles andere als solidarisch. In diesen Zeiten gilt es, zusammenzuhalten.