Karneval in Kleve: Unsere jecken Bürgermeister

Karneval in Kleve: Unsere jecken Bürgermeister

Vom Hennes bis zum Schwan: Pünktlich zu Altweiber öffnen unsere Bürgermeister ihre Kostümkisten - und haben einige Überraschungen parat.

Für die eine ist es eine Parodie, für den anderen ein Spiegelbild von sich selbst und für den nächsten ein großes Geheimnis: Karnevalskostüme. Mit den richtigen Kleidern, Hüten und Accessoires können sie einen Menschen entweder komplett verändern oder zeigen, wie man wirklich ist. In welche Richtung die Verkleidungen der Bürgermeister des Klever Nordkreises tendieren, verraten sie selbst. Wir zeigen von links nach rechts, in welche Kostüme sich die Oberhäupter an den tollen Tagen werfen und welche Bedeutung ihre Verkleidungen haben.

Britta Schulz Die Schlafmütze

Günter Steins - Der Zirkusdirektor Foto: Evers Gottfried

Für die Kalkarer Bürgermeisterin ist Karneval immer eine gute Gelegenheit, um sich selbst ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Darum wird sie heute beim Zug in der Hansestadt mit etwa 30 anderen Mitarbeitern der Verwaltung auf dem Wagen stehen. In hellblauem Nachthemd und mit Zipfelmütze sind sie die "Schlafmützen der Verwaltung". Der Wagen wird die Aufschrift tragen: Bürgernah trotz Paragrafen, helle, wach und ausgeschlafen. "Besonders kleidsam ist das Nachthemd zwar nicht", sagt die Bürgermeisterin und lacht. "Aber wer nicht über sich selbst lachen kann, hat Karneval nicht verstanden."

Günter Steins Der Zirkusdirektor

Rainer Weber - Kölle Alaaf! Foto: Evers Gottfried

Rein theoretisch hat Günter Steins mehr als 100 Optionen im Schrank hängen. So viele Karnevalskostüme hat Kranenburgs Bürgermeister über die Jahre angesammelt. Entschieden hat er sich schließlich für die Verkleidung als Zirkusdirektor. "Das steht symbolisch für den Pressezirkus, den Windkraftgarten-Zirkus und den E-Radweg-Zirkus, in dem ich mich befinde", sagt Steins verschmitzt. "Ich hätte auch als Löwe oder Rumpelstilzchen gehen können." Aber in dem Kostüm des Zirkusdirektors, sagt Steins, fühle er sich "mehr als zuhause."

Rainer Weber Kölle Alaaf!

Sonja Northing - Die Schwanenstadt Foto: Evers Gottfried

Als bekennender Fan des 1. FC Köln gibt es für Rainer Weber eigentlich nur eine richtige Wahl: Er wirft sich am liebsten auch zu Karneval in seine rot-weiße Uniform. Das legendäre Maskottchen des Fußballvereins, der Geißbock Hennes, wird wohl auch am Rosenmontagszug vom Pullover des Uedemer Bürgermeisters auf die anderen Jecken schauen. Auf dem Kopf sitzt die Narrenkappe des Klubs. "Natürlich soll das auch heißen: Wir wollen nicht absteigen. Schließlich sind wir Tabellenletzter", sagt der Bürgermeister. "Aber ich bin auch einfach ein Anhänger des Kölner Karnevals, der ist ganz besonders."

Peter Driessen - Quax, der Bruchpilot Foto: Evers Gottfried
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Sonja Northing Die Schwanenstadt

Ulrich Knickrehm - in Uniform Foto: Evers Gottfried

Kaum zu verwechseln ist Sonja Northing. "Ich gehe in diesem Jahr als meine Heimatstadt, meine Schwanenstadt", sagt die Klever Bürgermeisterin. Der selbstgebastelte Haarreif auf ihrem Kopf zeigt die Silhouette der Stadt, der goldene, aufblasbare Gummi-Schwan spricht für sich. Die einzelnen Teile ihres Kostüms sucht die Bürgermeisterin über das ganze Jahr zusammen. "Zu jeder Sitzung trage ich eine andere Verkleidung, da muss man früh anfangen", sagt sie. "Am Ende lebt jedes Kostüm von den Sicherheitsnadeln." Als Schwanenstadt wird die Bürgermeisterin erstmals heute beim Möhneball zu sehen sein.

Peter Driessen Quax, der Bruchpilot

Mit Overall, Fliegerbrille und Ledermütze verwandelt sich Peter Driessen in Quax, den Bruchpiloten. Heinz Rühmann verkörperte 1941 in dem gleichnamigen Film den Angestellten eines Verkehrsbüros, der bei einem Preisausschreiben ungewollt eine Ausbildung zum Piloten gewinnt. Die Ausrüstung für das Kostüm hatte Bedburg-Haus Bürgermeister als Cabriofahrer schon zuhause. Wie praktisch. Doch eigentlich, gibt Peter Driessen zu, sei das nur ein Notfall-Kostüm. Denn beim Rathaussturm will er eine andere Verkleidung tragen, die aber noch geheim bleiben soll.

Ulrich Knickrehm In Uniform

Natürlich hat Ulrich Knickrehm auch richtige Verkleidungen im Schrank. Die zieht der Gocher Bürgermeister aber nur an, wenn er ausdrücklich zu einer Kostümsitzung eingeladen ist, so wie kürzlich bei der Sitzung der Feuerwehr. Da war der Bürgermeister als Vampir verkleidet. Aber zu allen anderen jecken Gelegenheiten nutzt Knickrehm seine Uniform des RZK Goch, dem Festkomitee Karneval, mit Orden und Narrenkappe. "Ich bin selbst Mitglied und repräsentiere gerne das Festkomitee", sagt der Bürgermeister. Beim Rosenmontagszug will er aber ein richtiges Kostüm tragen, das noch geheim bleiben soll.

(RP)