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Unfall- und Kriminalitätsstatistik des Kreises Kleve.

Polizeistatistik : Mehr Fallzahlen bei sexuellen Straftaten an Kindern

Das Leben im Kreis Kleve wird insgesamt sicherer: Rückgang an Straftaten. Erstmals sind auch die Unfallzahlen gesunken.

Erstmals sind im Kreis Kleve die Unfallzahlen gesunken. Das freut die Verantwortlichen der Kreispolizei. Zugleich aber ist jeder einzelne Todesfall und sind die Schwerverletzten, die Folge von Verkehrsunfällen waren, in jedem Einzelfall sehr traurig, betonte Landrat Wolfgang Spreen als Chef der Behörde. Die Polizei informierte zum ersten Mal in einem einzigen Pressetermin über die Verkehrs- und Kriminalitätsstatistik.

Spreen betonte, dass die generelle Tendenz bei der Kriminalität – nämlich ein Rückgang an Straftaten – mit einer beunruhigenden Entwicklung einhergehe: Die Fallzahlen bei sexuellen Straftaten an Kindern werden höher. Die entsprechenden Ermittlungen stünden im Land wie im Kreis im Fokus und ergäben zwangsläufig mehr festgestellte Fälle. Der Landrat dankte den Beamten, die sich um die Sichtung der Daten kümmerten, was eine sehr belastende Arbeit sei. Spreen hofft mit der Polizeiführung gemeinsam darauf, dass künstliche Intelligenz (Bildererkennungssoftware) die Mitarbeiter künftig in dieser Hinsicht entlasten kann.

Achim Jaspers stellte die Zahlen zum Verkehrsunfallgeschehen vor. Bei 13 Unfällen sind im vergangenen Jahr 15 Menschen (2018 ebenfalls 15) auf den Straßen des Kreises Kleve ums Leben gekommen, fast immer außerhalb geschlossener Ortschaften, wo relativ schnell gefahren wird. Die Zahl der Schwerverletzten hingegen sank deutlich auf 289 gegenüber 317 Menschen im Vorjahr.  Leichtverletzte wurden 1039 gezählt (1163 im Vorjahr). Unter den Toten waren zwei Radfahrer, diesmal aber keine Pedelec-Fahrer. Intensiv achtet die Polizei auf die Beleuchtung an Fahrrädern und verwarnt Radfahrer, die beim Fahren ein Handy benutzen. Was Sorgen bereitet: Deutlich mehr Kinder verunglückten 2019 – 136, 30 mehr als im Vorjahr. Immerhin verlor kein Kind dabei sein Leben, wohl aber ein 17-jähriger Jugendlicher. Problematisch bleibt die Gruppe der jungen Fahrer, weil sie sich sehr leicht ablenken lasse (etwa von elektronischen Medien). Anders als 2019, als acht Senioren im Straßenverkehr ums Leben kamen, waren es 2019 „nur“ drei. Ihre Anzahl bei Verkehrsunfällen ist insgesamt überrepräsentiert.

Sehr vielschichtig ist das Thema Kriminalitätsstatistik, das Martin Frielingsdorf vorstellte. „Die Fallzahlen sinken, aber hinter jeder Zahl steht ein Schicksal“, betonte er. Sicherlich litten die Opfer von schweren Straftaten wie Körperverletzung oder Missbrauch, aber auch ein Einbruch, der immer einen Eingriff in die Privatsphäre darstelle, habe oft langwierige psychische Folgen. Insgesamt 18.254 Straftaten verzeichnete die Behörde 2019, etwa neun Prozent weniger als 2018. In fast allen Bereichen nahmen die Fallzahlen ab, zudem ist die Kreispolizeibehörde recht zufrieden mit ihrer Aufklärungsquote. Frielingsdorf erklärte mit Blick auf die Kinderpornographie, dass es nicht nur darum gehe, die Täter zu überführen, sondern möglichst auch alle betroffenen Kinder zu ermitteln, um sie schützen zu können.

Einen Mord gab es 2019 im Kreis nicht, wohl aber drei „Straftaten gegen das Leben“. Erinnert wurde etwa an ein versuchtes Tötungsdelikt auf dem Airport-Gelände. Ein Mann, der seine Hotelübernachtung nicht bezahlt hatte, hielt auf der Flucht mit seinem Pkw auf einen Hotelmitarbeiter zu, der sich nur durch einen Sprung auf die Motorhaube retten konnte. Nach dem Täter wird gefahndet.

Körperverletzung gab es 1490 (2018: 1688), bei Raub blieben die Fallzahl mit 101 recht konstant (2018 119). Zurück gingen die Fälle von Straßenkriminalität und Autodiebstählen (177 gegenüber 203 im Jahr 2018). Die Zahl der Wohnungseinbrüche lag mit 495 etwa auf dem Niveau von 2018, aber deutlich unter der aus dem Jahr 2017 (603).