Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks lobt Arbeit am Reeser Meer

Kreis Kleve : Ministerin lobt Arbeit am Reeser Meer

Im Umweltbildungszentrum auf dem Wahrsmannshof in Rees können vor allem Schüler die Natur hautnah erleben. Sie haben die Möglichkeit, selbst zu experimentieren und auszuprobieren. Ein Projekt, das jetzt ausgezeichnet wurde.

Dass aus dem Ferienpark am Reeser Meer nichts wurde, mag manchen im Rathaus schmerzen. Doch für ein ganz besonderes Projekt war es eher ein Glücksfall. Die Investoren hatten nämlich den leerstehenden Wahrsmannshof komplett renoviert, um hier die Verwaltung für den Park einzurichten. Als aus den Plänen nichts wurde, stand das Haus leer, bis einige Partner 2010 dort zusammen das Umweltbildungszentrum initiierten.

Ziel ist, dass vor allem Schüler hier hautnah Natur erleben und begreifen können. Von Anfang an war das Projekt auch integrativ angelegt. Zahlreiche Projekte sind zusammen mit der Lebenshilfe realisiert worden.

Gruppenbild mit der Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks (links) während der Überreichung der Ehrung. Foto: ""

Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks zeichnete das Umweltbildungszentrum im Rahmen des Wettbewerbs "Menschen und Erfolge" aus. Dabei werden jährlich Projekte ausgezeichnet, die zur Verbesserung der ländlichen Infrastruktur im weitesten Sinne beitragen und dem Gemeinwohl zu Gute kommen. 2000 Euro gab es als Preisgeld für die Initiative in Rees.

Jetzt war die Ministerin erstmals offiziell zu Gast im Wahrsmannshof. Privat hatte sie die Einrichtung bereits besucht und kannte sie daher. Besonders interessant: Barbara Hendricks hatte Infomaterial für mögliche Förderprogramme mitgebracht.

Auch die Verantwortlichen des Zentrums hatten ein kleines Geschenk für sie: Sie bekam einen Bausatz für einen Fledermaus-Nistkasten. "Das passt bestens zu einer Bauministerin", meint Tuve von Bremen, Projektleiter des Umweltbildungszentrums, das organisatorisch an das Naturschutzzentrum des Kreises in Bienen angebunden ist.

Da der Wahrsmannshof von sehr viel Wasser umgeben ist, steht vor allem die Entdeckung der Unterwasserwelt im Vordergrund. Zu Fuß oder bei einer Bootsfahrt mit dem Untersuchungsschiff "Wilde Gans" werden die Tiere und Pflanzen in Teich und Baggersee bestimmt, die Wasserqualität untersucht und Vögel oder aber auch Fledermäuse beobachtet.

Gearbeitet wird vorwiegend in Kleingruppen. Das Naturerlebnis steht im Vordergrund. "Natürlich sollen der Spaß und die Freude bei den Veranstaltungen nicht fehlen", sagt Tuve von Bremen. Deshalb werden die Angebote mit Spiel- oder erlebnispädagogischen Aktionen wie Floßbau verbunden. Und auch künstlerisch-kulturelle Akzente wie Konzerte an ungewöhnlichen Orten werden bei Sonderveranstaltungen verwirklicht.

So gab es kürzlich eine Fledermausnacht, bei der sich mehr als 100 Besucher neben der Fledermausbeobachtung auch begeistert an afrikanischen Trommelklängen und spektakulären Feuerjonglagen erfreuten.

Ein Café im Vorderhaus des Hofes, betrieben vom Theodor-Brauer-Haus aus der Kreisstadt Kleve, ergänzt seit drei Jahren das Veranstaltungsangebot.

Mittlerweile haben fast 8000 Teilnehmer den Wahrsmannshof besucht. Dabei waren alle Altersstufen, von Vorschulkindern bis zu Seniorengruppen, vertreten.

Und auch Menschen mit Behinderungen nutzen das Angebot des Wahrsmannshofes intensiv, denn der Wahrsmannshof und das umgebende Gelände sind barrierefrei gestaltet.

(RP)
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