1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Umweltministerin besucht Aufforstung im Reichswalde bei Kleve

Minister-Besuch : 275.000 Bäume in 13 Jahren gepflanzt

Im Rahmen einer Kooperation zwischen Stadtwerken Kleve und Regionalforstamt Niederrhein wurden im Reichswald umfangreiche Aufforstungs-Maßnahmen ergriffen. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser war vor Ort.

Im vergangenen Jahr ging Rolf Hoffmann nach 27 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand. Claudia Dercks trat im Oktober 2019 seine Nachfolge an und ist seitdem Geschäftsführerin der Stadtwerke Kleve. Eine Sache lag ihrem Vorgänger besonders am Herzen: sauberes, gutes Trinkwasser. Aus diesem Grund wurde auf Hoffmanns Initiative im Jahr 2007 eine Kooperation mit dem Regionalforstamt Niederrhein ins Leben gerufen. Das Resultat aus nunmehr 13 Jahren Zusammenarbeit, die Dercks „mit Freude“ fortführt, kann sich sehen lassen. Bis ins Jahr 2019 wurden zugunsten des Trinkwasserschutzes im Reichswald 250.000 Bäume gepflanzt; inzwischen ist die Zahl gar auf 275.000 angestiegen. Zu diesem Anlass luden die Stadtwerke am vergangenen Freitag NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zum Klever Wasserwerk ein, damit diese sich das Engagement im Reichswald direkt vor Ort ansehen konnte. Und sie war hellauf begeistert.

Doch von vorne. In ihrer Begrüßungsansprache lobte Claudia Dercks die Weitsicht ihres Amtsvorgängers, die nicht bloß dem nachhaltigen Trinkwasserschutz diene, sondern zudem auch eine besondere Bedeutung für den Klimaschutz habe. „Der Mischwald reduziert die CO2-Belastung und ist geeignet, um Starkwind und Trockenperioden standzuhalten“, erklärte Dercks. In der Folge übernahm Ministerin Heinen-Esser das Wort und besiegelte anschließend die Fortführung des Kooperationsvertrags zischen den Stadtwerken Kleve und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Sie freue sich, dass durch die Anpflanzung der Bäume einerseits klimaresiliente Wälder geschaffen werden und andererseits eine hohe Trinkwasserqualität gewährleistet werden könnte. Beeindruckt zeigte sie sich angesichts der Zahl 275.000. „Ich bin jetzt zweieinhalb Jahre im Amt, aber etwas ähnliches in so einem Ausmaß habe ich bisher noch nicht erlebt“, sagte die 54-jährige. Im Anschluss an die Vertrags-Unterzeichnung ging es für die kleine Gruppe um Heinen-Esser, Bürgermeisterin Sonja Northing und Dercks per Bus zu einer Aufforstungsfläche. Otto Pöll vom Regionalforstamt Niederrhein versorgte die Zuhörerschar mit allerlei Wissenswertem zum Voranschreiten des Aufforstungs-Projekts. „Nach dem Krieg haben unsere Vorfahren einen Reinbestand angepflanzt“, so Pöll. Diese Nadelwald-Monokulturflächen sollen nun einem Eichen/Buchen-Mischwald weichen. „Wir haben den Weg geschaffen, hier auf dieser Fläche mit Buche, Eiche und auch Kiefer klimastabil weiterzuarbeiten. Das hat aber auch gutes Trinkwasser für die Stadtwerke zur Folge“, erklärte Pöll. Auf einer Fläche von 200 Fußballfeldern werde dieses Unterfangen zurzeit vorangetrieben. Mit „Tolle Leistung“ und zahlreichen anderen positiv konnotierten Äußerungen kommentierte Heinen-Esser Otto Pölls Schilderungen.

Auf Nachfrage aus den Zuhörerreihen wählte Pöll zum Ende seiner Ausführungen auch ein paar alarmierende Worte. Denn obwohl man durch die Aufforstungs-Maßnahmen nun vorerst gut gewappnet ist, machen sich im Reichswald auch durchaus die Folgen des Klimawandels bemerkbar.