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Kleve: Umstrittener Bildstock fertig

Kleve : Umstrittener Bildstock fertig

Gestern bekam der Bildstock an der Klever Gruftstraße eine Madonnen-Figur. Schon im Vorfeld hatten die Grünen einen Abriss des in der JVA gefertigten Orts der Einkehr gefordert. CDU und OK sprechen sich für den Erhalt aus.

Der neue Bildstock an der Gruftstraße: Die Grünen haben ihn heftig kritisiert, wollten das noch unfertige Kleindenkmal abreißen, die Offenen Klever sehen es als "Form vielfältigen Bürgerengagements" (Fabian Merges) und für die CDU "gehören Bildstöcke zur christlichen Tradition". Wenn Pastor Weskamp diesen Ort für den richtigen halte, dann sei das in Ordnung, so Jörg Cosar, CDU.

Kevelaerer Steinmetz

Gestern Abend kam die von einem Kevelaerer Steinmetz gefertigte fast lebensgroße Marienskulptur, die der Lourdes-Madonna nachempfunden ist. Pfarrer Weskamp, der den Bildstock initiierte, reagierte auf die teils heftige Kritik und die daraus folgende Diskussion. Angesichts von Athene und Eiserner Mann im Barock-Park sollte es doch die Möglichkeit geben, diese beiden um den christlich-abendländischen Aspekt der Mutter Maria zu ergänzen, das sollte eine Stadt wie Kleve aushalten können, sagt der Pfarrer und machte seine Zukunft im geliebten Kleve von der des Bildstocks abhängig.

"Diese Geschichte ist ein Roman", sagt Weskamp. Er schrieb die ersten Kapitel, sorgte sich um Sponsoren und den genauen Platz für diesen Bildstock als Platz der Einkehr. "Das ist alles sauber mit den betroffenen Behörden geklärt", sagt der Pfarrer. Hier das Land und die Stadt. Der umstrittene Ort ergebe sehr wohl einen Sinn: Weskamp sieht diesen Bildstock nicht nur als "religiös-geistlichen Punkt an den beiden Fernwanderwegen E8 (England-Bulgarien) und am Pilgerweg Nimwegen-Santiago, die hier an der Gruftstraße zusammentreffen", sondern auch als Mittelpunkt der neuen Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt mit Donsbrüggen und Innenstadt. Eigentlich wollte der Pastor die Donsbrügger Traditions-Muttergottes in den Bildstock setzen. Doch hingen letzten Endes zu viele Donsbrügger Traditionen daran. Schließlich fand sich eine Privatperson, die eine Steinfigur der Maria sponserte, die in Kevealer gefertigt wurde.

Die Madonnen-Figur wie den Eisernen Mann von einem international berühmten Künstler wie Stephan Balkenhol anfertigen zu lassen, wäre vielleicht schön, aber für die Pfarre unbezahlbar, sinniert der Pfarrer. Zudem handele es hier um ein christliches Symbol und nicht um eine kunstgeschichtlich wichtige Figur. Es gehe hier auch nicht um eine neue Station für die Prozession, sondern um religiöse Ausdrucksformen wie Innehalten, Nachdenken und sogar Beten. Dazu biete sogar der tägliche Stau Gelegenheit.

Stellungnahme PFR.

(RP)