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Kleve: Umfrage: Schwan und Prinz als Favoriten

Kleve : Umfrage: Schwan und Prinz als Favoriten

In NRW können Städte bald auf Ortsschildern Zusatzbezeichnungen anbringen. Die RP-Leser wählten in einer Umfrage für Kleve den Titel "Schwanenstadt". Geht es um Persönlichkeiten, liegt der ehemalige Statthalter vorne.

Die RP-Leser können sich noch nicht auf Mensch oder Tier einigen. Weil ein Gesetzesentwurf des Landes künftig Zusatzbezeichnungen auf Ortsschildern erlauben soll, fragte die RP-Redaktion ihre Leser am vergangenen Wochenende, wie die Schilder in Kleve, Kalkar, Bedburg-Hau und Kranenburg gestaltet werden könnten.

In der am Freitag gestarteten Online-Umfrage setzte sich für Kleve der Vorschlag "Schwanenstadt" mit 68 Prozent durch. Und trotzdem meldeten sich zahlreiche RP-Leser mit neuen Vorschlägen. So brachten Margret Hebben, Gerlinde Lensing und Theo Kehren einen Namen ins Spiel, der in der Stadt gar nicht jedermann bekannt ist — und doch überregional von großer Bedeutung ist: Johann Moritz.

"Johann-Moritz-Gartenreich"

Der ehemalige Statthalter von Kleve hat mit der Anlage der historischen Gärten die Stadt maßgeblich geprägt. Diese waren später auch Vorbilder für die Architekten überregionaler Gartenanlagen wie zum Beispiel dem Berliner Tiergarten. Gerlinde Lensing schlug deshalb die Bezeichnungen "Europäische Gartenstadt" und "Johann-Moritz-Gartenreich" vor.

Ebenfalls hoch im Kurs: die Idee von Martina Gellert (Stadtmarketing), wegen der zahlreichen Niederländer, die so gerne in Kleves Fußgängerzone flanieren, Kleve zum "Hartje van Duitsland" zu machen. Der Vorschlag schaffte es bei der Umfrage von RP Online immerhin auf den zweiten Platz (15 Prozent). Auch Unternehmer Peter Wanders würde die Nachbarn schon am Ortseingang ansprechen. "Als Unternehmen erzielen wir zurzeit 95 Prozent unseres Umsatzes in den Niederlanden; auch viele andere Klever Firmen profitieren von niederländischen Kunden", sagt Wanders und schlägt deshalb "Poort van Duitsland — Tor zur Niederlande" vor.

Einig waren sich die Leser, dass die Zusatzbezeichnung ein Klever Alleinstellungsmerkmal sein müsste. Der Titel "Hochschulstadt" (nur sechs Prozent in der Online-Umfrage) fiel deshalb ebenso durch wie allgemein gefasste Slogans wie "Kultur und Lebensfreude". "Das ist nichts Stadtspezifisches", findet Margret Hebben.

"Kranenburg — Gans normal"

Auch für die anderen Städte und Gemeinden gab es Einsendungen. Gerlinde Lensing würde Bedburg-Hau mit dem Zusatz "Museum Schloss Moyland" und Kranenburg mit einem Kranich-Logo (was als Alternative zu einem Schriftzug auch möglich wäre) versehen. Für Kalkar, das von Harald Münzner von der Stadtverwaltung schon als "Hansestadt" tituliert wurde, bringt sie die Ideen "Römerpflaster" und "Stiller Brüter" ein.

Einen besonders kreativen Vorschlag gab es per Fax. Handschriftlich und ohne größere Erklärungen schrieb Andreas Natrop für seine Gemeinde folgende Idee: "Kranenburg — Gans normal". Für ihn sollen die 18 500 Gänse, die Anfang des Jahres in den Überwinterungsgebieten gezählt wurden, schon am Ortseingang ein fester Bestandteil von Kranenburg werden.

(RP/jul)