1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Umfrage-Institut sieht SPD im Kreis Kleve vorne

Kreis Kleve : Umfrage-Institut sieht SPD im Kreis Kleve vorne

Die Insa-Sonntagsfrage sieht die SPD erstmals seit Jahren vor der Union – auch in der Umrechnung für den Kreis Kleve. Das würde einen Sieg für Bodo Wißen bedeuten.

Nicht immer lagen die Demoskopen in den vergangenen Jahren richtig – nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Nun ist aber Wahlkampf, und die Umfragewerte verheißen eines der spannendsten Rennen in der jüngeren Bundestagsgeschichte. Punkt um Punkt robbt sich die SPD an die Union heran.

Für Schlagzeilen sorgte am Dienstag eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa, die gut einen Monat vor der Bundestagswahl die SPD erstmals seit Jahren in einer Sonntagsfrage wieder als stärkste politische Kraft in Deutschland sieht. Die SPD gewinnt im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte hinzu und landet bei 23 Prozent, die Unionsparteien büßen einen Punkt ein und stehen demnach bei 22 Prozent. In Erhebungen des Instituts landen die Sozialdemokraten damit erstmals seit fast 15 Jahren auf einem höheren Wert als die Union.

Während sich das Kopf-an-Kopf-Rennen bundesweit seit geraumer Zeit andeutet, steckt in der Umfrage für den Kreis Kleve eine echte Überraschung. Denn auch im Wahlkreis 112 sieht Insa bei der Wahl des Direktkandidaten die SPD vorne. Das würde einen Sieg für Bodo Wißen bedeuten, Amtsinhaber Stefan Rouenhoff, der 2017 noch haushoch gegen Barbara Hendricks gewonnen hatte, wäre sein Amt los.

  • Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Kleve wissen müssen
  • Bundestagswahl-Umfrage : SPD in Insa-Umfrage stärkste Partei
  • Foto: dpa
    Die Kandidaten für den Bundestag im Kreis Wesel : Der Kampf um den Wahlkreis

Zum Hintergrund: 299 Bundestagsabgeordnete werden am 26. September direkt gewählt. Der Kandidat, der in einem Bundestagswahlkreis die meisten Stimmen hinter sich vereinigen kann, zieht in den Deutschen Bundestag ein. Im Blick auf die Wahl der Direktkandidaten gilt das Mehrheitswahlrecht. Damit alle direkt gewählten Abgeordneten in den Deutschen Bundestag einziehen können und die Zusammensetzung des Bundestages trotzdem repräsentativ in dem Sinne ist, dass das Verhältnis der Stärke der Parteien ihrer Fraktionsstärke entspricht, gibt es Überhang- und Ausgleichsmandate. Insa berechnet regelmäßig, wie nach dem jeweils aktuellen Meinungstrend und einer „bewährten Modellrechnung“, wie es vom Institut heißt, die Stimmenmehrheit in den Wahlkreisen nach Parteizugehörigkeit aussehen – und wie viele Überhang- und Ausgleichsmandate anfallen würden. Die Ergebnisse veranschaulicht man dann in einer politischen Deutschlandkarte. Und die zeigt bei der Umrechnung der Sonntagsfrage auf die Wahlkreise bzw. auf die Wahlabsicht bei den Erststimmen  für den Kreis Kleve „hellrot“. Das heißt: wahrscheinlicher Mandatsgewinn der SPD mit weniger als drei Prozentpunkten Vorsprung. Das öffentlich einsehbare Archiv der Wahlkreiskarte reicht bis in den Juni 2018 zurück. In diesem Zeitraum prognostiziert die nun veröffentlichte Karte zum ersten Mal überhaupt einen wahrscheinlichen Mandatsgewinn für die SPD im Kreis Kleve. Bisher hatte man immer vorhergesagt, dass auch der nächste Bundestagsabgeordnete im Kreis Kleve von der CDU gestellt wird.

Wie viel diese Umrechnung der Sonntagsfrage mit dem tatsächlichen Wahlergebnis im Kreis Kleve gemein hat, wird sich am 26. September zeigen. Bis dahin hat der Wahlkampf auf jeden Fall schon eine Überraschung mehr gewonnen.