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Kleve: Uedem wird für Nato wichtiger

Kleve : Uedem wird für Nato wichtiger

Generalleutnant Dieter Naskrent sprach beim traditionellen Fischessen in der von-Seydlitz-Kaserne über die Zukunft des Luftwaffenstandorts Kalkar/Uedem. Für 2012 verspricht er Struktursicherheit und Personalaufstockung.

Die deutschen Streitkräfte befinden sich mitten im Umbruch. Das belegte Generalleutnant Dieter Naskrent beim gestrigen Aschermittwochs-Fischessen in der von-Seydlitz-Kaserne an vielen Beispielen für den Luftwaffenstandort Kalkar/Uedem. Dieser wird, so Naskrent, in seiner Bedeutung noch zulegen und auch personell wachsen. Denn aus der Stationierungsentscheidung von Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière vom Oktober vergangenen Jahres gehen die Standorte Kalkar und Uedem gestärkt hervor.

Neu sind dabei Entwicklungen, die schon 2011 ihren Anfang genommen haben. Das Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte habe im vergangenen Jahr einen wesentlichen und besonderen Meilenstein erreicht, sagte Dieter Naskrent. Denn erstmals konnte ein Luftwaffenstab der operativ-taktischen Ebene die Nato-Zertifizierung als "Luftstreitkräfte-Hauptquartier" erfolgreich durchlaufen.

"Seit dem 1. Januar 2012 steht das Kommando nunmehr für die Dauer eines Jahres in ständiger Abrufbereitschaft für die Nato und muss im Falle eines Falles innerhalb weniger Tage in der Lage sein, irgendwo auf der Welt ein Hauptquatier aufzubauen und zu betrieben, um aus diesem heraus Luftoperationen im Rahmen eines möglichen Einsatzes planen und führen zu können", so der Generalleutnant.

Eine weitere Neuerung, die in 2013 angegangen werden soll, ist das künftige Zentrum Luftoperation. Darin werden das Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte, die Führungszentrale Nationale Luftverteidigung und das Weltraumzentrum miteinander verschmelzen. Dadurch entstehe ich Kalkar, so Naskrent, ein "einmaliges nationales Kompetenzzentrum für die Führung von Luftstreitkräften". Unterstellt wird das Zentrum direkt dem Stab des Inspekteurs der Luftwaffe.

Auch seinen Ruf als internationaler Militär-Standort wird die Kaserne künftig weiter ausbauen. So ist das Combined Air Operations Centre (CAOC) hier beheimatet, das auf der Nato-Ebene für den Schutz gegen Bedrohung durch militärische Luftfahrzeuge verantwortlich. Der Aufgabenbereich des CAOC umfasst damit auch zehn Staaten vom Ärmelkanal bis ins Baltikum. Durch die Auflösung des Gefechtsstandes im dänischen Finderup erweitert sich der Verantwortungsbereich des CAOC von den Alpen bis Nord-Norwegen und von den Baltischen Staaten nach Island.

"Man muss sich das einmal vorstellen", sagte Generalleutnant Naskrent, "hier im beschaulichen Uedem sitzen Nato-Offiziere aus fast 20 Staaten und haben ein Auge auf den Luftraum über Island. In der Nato wird Uedem künftig kein kleines Städtchen mehr sein, sondern ein ganz wesentlicher Teil der neuen Kommandostruktur."

(RP/rl)