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Trotz Corona-Krise im Kreis Kleve: Der Handwerker kommt

Corona-Pandemie : Trotz Krise: Der Handwerker kommt

Elektriker, Installateure, Gärtner und Maler aus dem Kleverland sind für ihre Kunden da – auch in der Corona-Krise. Viele Firmenchefs haben kreative Lösungen gefunden, wie sie Mitarbeiter und Auftraggeber schützen können.

Malermeister Roman Weber aus Kleve spürt für seinen Betrieb derzeit keine Auswirkungen der Corona-Krise. „Der Zuspruch der Kunden ist enorm. Die Auftragsbücher sind voll“, sagt Weber. Doch beim Sprechen bemerkt er, dass er vielleicht doch lieber vorsichtiger formulieren sollte, denn Gewissheit, wie es weiter geht, könne niemand haben. Deswegen ergänzt er: „Es scheint so, als ginge der Kelch gerade noch an uns vorbei.“

Personelle Ausfälle, etwa durch Erkrankungen oder Quarantänemaßnahmen gibt es in seinem Unternehmen derzeit nicht. Trotzdem sei das Arbeiten derzeit anders als gewohnt. „Das fängt schon morgens an. Ich habe das so geregelt, dass die Mitarbeiter zeitversetzt eintreffen, damit nicht zu viele in engen Kontakt kommen. Dann geht es in Zweier-Trupps los. Mehr fahren nicht mehr gemeinsam in einem Auto. Die Zweier-Trupps bleiben für zweieinhalb Wochen in einem Team“, berichtet Weber aus seinem Arbeitsalltag. Was es bislang noch nie gab: Wenn die Auftraggeber zu Hause sind, arbeiten die Maler mit Handschuhen und Schutzmasken.

Wer Roman Weber derzeit beauftragen möchte, muss, bei größeren Arbeiten, mit mindestens drei Wochen Wartezeit rechnen. „Kleinere Aufträge können wir schon irgendwie vorziehen“, sagt Weber.

Der Gartenbaubetrieb Freiformat aus Goch spürt so gut wie keine Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Zum Glück“, sagt Geschäftsführer Christoph Evers. „Ich hatte befürchtet, dass die Menschen in diesen Zeiten den Garten als verzichtbaren Luxusartikel betrachten. Doch das ist nicht so.“ Die Auftragsbücher bei Freiformat sind voll – bis in den Herbst hinein. Am Arbeitsalltag der Mitarbeiter ändert sich nicht viel. „Unsere Mitarbeiter arbeiten draußen, haben eh nicht häufig direkten Kontakt mit Kunden“, sagt Evers. Wofür er wenig Verständnis hat, ist das Prozedere am Fieberzelt am St-Antonius-Hospital in Kleve. Dort können sich Menschen aus dem Nordteil des Kreises Kleve auf das Coronavirus testen lassen. „Ich habe einen Mitarbeiter, der ist mit unklarer Diagnose derzeit 14 Tage krankgeschrieben. Da er Fieber hat, hat ihn sein Hausarzt zum Fieberzelt geschickt. Dort wurde er jedoch nicht getestet. Der Patient solle nur wiederkommen, wenn er Atembeschwerden habe, habe man ihm gesagt, so Evers. „So etwas verstehe ich nicht, gerade vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung empfiehlt, so viel wie möglich zu testen“, sagt er.

Werner Paessens vom gleichnamigen Installations- und Heizungsbaubetrieb in Kleve hat folgende Erfahrung gemacht: „Es gibt den ein oder anderen Kunden, der jetzt, in der Corona-Krise, Wartungs- oder Umbauaufträge nach hinten verschiebt.“ Es gebe einige Anfragen weniger als üblich. Ansonsten arbeiten Paessens und seine Mitarbeiter weitgehend normal durch. „Bei den Kunden zuhause geht man halt auf Distanz“, sagt Paessens. Und Paessens legt, genau wie Malermeister Weber, Wert darauf, dass die Mitarbeiter nicht alle gleichzeitig ihren Dienst antreten. Er betont: „Wer jetzt einen Notfall wie einen Rohrbruch hat, dem wird auch schnell geholfen.“ Für größere Vorhaben müsse man etwas Wartezeit einrechnen, das sei aber ganz normal. Sein Fazit: „Wenn wir so durch die Krise kommen, kann ich mich nicht beschweren.“

Die Elektro Dicks GmbH aus Goch hat ihren Kundendienst derzeit etwas heruntergefahren. „Aufträge für nicht dringend notwendige Arbeiten wie etwa die Installation der fünften Steckdose in einem Raum versuchen wir derzeit nach hinten zu schieben. Da bitte ich um das Verständnis der Kunden“, sagt Geschäftsführer Christoph Dicks. Bei Notlagen wie Stromausfällen sei die Firma natürlich weiterhin für ihre Kunden da. „Auch wenn eine Sat-Anlage neu ausgerichtet werden muss, kommen wir raus“, verspricht Dicks. Aufträge auf Baustellen würden ganz normal durchgeführt. „Da kann man sich ja ganz gut aus dem Weg gehen und Abstand halten“, sagt Dicks. Auch er bleibt positiv gestimmt: „Ich mache mir keine großen Sorgen, dass das alles nicht gut ausgehen könnte.“