Touristik-Messe in Kalkar: Wandern liegt im Trend

Touristik-Messe in Kalkar: Wandern liegt im Trend

140 Aussteller präsentierten zur 15. Touristik-Messe im Wunderland Kalkar das Angesagteste im Reise- und Freizeitmarkt. Parallel dazu erkundeten internationale Busunternehmer die Schönheit der Region.

Das Messegelände am Wunderland wird alljährig zum Stelldichein von Reiselustigen und Tourismusunternehmern. Die Aussteller zeigten das ganze Wochenende über alles, was der Urlaubsmarkt schon immer zu bieten hatte und was er neu im Portfolio hat. „Aktuell liegt vor allem das Wandern und Radwandern im Trend, das aber schon seit vielen Jahren“, sagt Veranstalterin Nicole Zobel. „Früher war das Wandern altmodisch und nur unter Senioren beliebt. Aber wir haben es wiederentdeckt. Schließlich ist Wandern viel herausfordernder und anspruchsvoller, als man vermutet“, fügt sie an.

In den vergangenen Jahren besuchten konstant knapp 8000 Reisende die Messe, in ähnlichen Dimensionen bewog sich die Zuschauermenge auch nun im Jubiläumsjahr. Die Ausstellung vereinte einige Spezial-Messen unter einem Dach: Es ging ums Reisen, um Wohnmobile, Fahrräder, das Camping, All-Inclusive und vieles mehr. So durften Firmen wie der Flughafen Weeze oder namhafte Kreuzfahrt-Unternehmen nicht fehlen. Doch auch kleinere Anbieter waren reichlich vertreten. „Die Vielfalt macht unsere Messe aus. Die Leute wollen immer freier und flexibler reisen, dafür braucht es auch eine große Auswahl an Angeboten“, sagt Zobel. „Dazu passt, dass Outdoor-Reisen an Stellenwert gewinnen. Arbeitnehmer hängen häufig den ganzen Tag vor dem Bildschirm, dann wollen sie in ihrer Freizeit in die Natur.“ Viele klassische Urlaubs-Destinationen wie Spanien oder Italien seien weiterhin beliebt. Doch auch exotische Ziele werden häufiger angesteuert; Urlaub auf dem Balkan oder in Südostasien seien längst keine Seltenheit mehr. Besonderer Beliebtheit unter den Gästen erfreute sich der Stand der Niederländerin Femke Groot, die ihre Autodachzelte vorstellte. Ursprünglich stammen sie aus Italien und sind heute meist komfortabel mit Matratze, Belüftungssystem und gar Innenbeleuchtung ausgestattet. Zunehmend schwappt die Mode auch nach Deutschland über. „Die Leute wollen individuell reisen und dort Halt machen, wo sie es schön finden. Mit einem Dachzelt funktioniert das ausgezeichnet, man braucht es nur ausklappen“, sagt Groot, die erst kürzlich mit einem solchen Zelt in Bosnien-Herzegowina und Montenegro unterwegs war. „Reisende wollen heute nicht mehr nur auf der faulen Haut in der Sonne liegen. Sie wollen was erleben, fühlen, riechen und sehen. Ein Urlaub muss alle Sinne ansprechen“, sagt Groot.

Zur 15. Auflage bemühten sich Zobel und Co. zudem darum, mehr Interaktion und Bewegung auf dem Gelände zu ermöglichen. So konnte der Nachwuchs an Tauziehen und Bogenschießen teilnehmen und in Känguruschuhen springen. Für die Sportlichen war gar ein kleiner Golf-Parcours des Clubs Haus Bey in Nettetal sowie ein Barfußpfad von Kneipp hergerichtet.

Im Fokus der Messe standen allerdings auch die lokalen Vertreter. Zahlreiche Gemeinden der Region informierten über ihre touristischen Leuchttürme: die Klever Draisine, die Kalkarer Altstadt oder das Schloss Moyland. „Unsere Region hat so viel zu bieten. Die positive Resonanz der Besucher stärkt uns in dem Wissen. Es gibt keine bessere Gelegenheit, als die Attraktivität des Niederrheins hier zur Schau zu stellen“, sagt Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers, der parallel dazu in der sechsten Auflage den Busunternehmertag organisierte. 120 Busunternehmer aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien lernten den Kreis Kleve an zwei Tagen auf besondere Weise kennen. Ein ambitioniertes zweisprachiges Programm unter dem Titel „Weite, Wasser, Wunderland“ hatte Kuypers für seine Gäste geschnürt: Den Auftakt machte Hoch-Elten in frischem Neuschnee, der bereits wieder geschmolzen war, als Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze die Gruppe an der Rheinpromenade begrüßte. Es folgte ein Ausflug nach Rees sowie eine Fahrt über den Rhein. „Die Busunternehmer sind für uns eine ganz wichtige Zielgruppe, der wir sehr dankbar sind. Jeder platziert mit seinem Tun den Niederrhein und den Kreis Kleve so attraktiv, dass viele Touristen den Weg zu uns finden“, sagt Landrat Wolfgang Spreen. Er registriere eine „freundschaftliche und Erfolg bringende Zusammenarbeit“. Als Beispiel führte er das Kernwasser-Wunderland in Kalkar an, das jährlich mehr als 100.000 Übernachtungen zählt. Die internationalen Reisenden fanden sich zudem in Kalkar, Bedburg-Hau und Kleve ein. „Ich kenne kaum eine Region, die für Fahrradfahrer so attraktiv ist wie diese hier. Als wunderschöne Städte fallen mir sofort Kleve, Rees oder Weeze ein“, sagt Heidi Hebben, Busunternehmerin aus Liessel im niederländischen Brabant.

Mehr von RP ONLINE