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Tourismus im Kreis Kleve: NGG fordert Perspektive für Gastgewerbe

Tourismus im Kreis Kleve : Gewerkschaft fordert Perspektive für Gastgewerbe

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten will von der Bund-Länder-Konferenz Perspektiven bekommen. Seit November sind Hotels, Pensionen, Restaurants und Kneipen geschlossen.

(lukra) Corona sorgt für einen Einbruch im heimischen Tourismus: Während Martina Baumgärtner, Geschäftsführerin der Niederrhein Tourismus GmbH zuletzt noch vorrechnete, dass die Übernachtung für den gesamten Niederrhein um rund 40 Prozent zurückgegangen sind, scheinen sie für den Kreis Kleve prozentual sogar noch höher zu liegen. Den Kreis haben im vergangenen Jahr nur noch rund 238.000 Gäste besucht – ein Minus von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts. Damit liegt der Kreis Kleve im Durchschnitt für das Land NRW. Die Zahl der Übernachtungen sank demnach um 39 Prozent auf 564.000.

„Das Gastgewerbe erlebt eine historisch einmalige Krise, die auch die Beschäftigten mit voller Wucht trifft. Jetzt müssen Bund und Länder endlich einen Plan vorlegen, wie es im März weitergehen soll“, fordert Hans-Jürgen Hufer, Geschäftsführer der NGG-Region Nordrhein. Am 3. März verhandeln Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über Lockerungen der aktuellen Corona-Maßnahmen. Schon im Vorfeld versucht die Gewerkschaft, Druck aufzubauen. „Hotels, Pensionen, Restaurants und Kneipen sind schon seit Anfang November geschlossen. Wenn die Politik jetzt keine Öffnungsperspektive bietet, droht vielen Betrieben das Aus und den Beschäftigten Arbeitslosigkeit“, sagt Hufer.

Entscheidend seien hierbei einheitliche Auflagen und detaillierte Hygienekonzepte in den Betrieben. Der Hotel- oder Restaurantbesuch dürfe unter keinen Umständen zum Infektionsherd werden. „Die Beschäftigen haben bereits im letzten Sommer gezeigt, dass sie geeignete Hygienekonzepte optimal umsetzen können, um sich zu schützen und den Gästen ein sicheres Restauranterlebnis zu ermöglichen“, heißt es von der NGG.

Viele Hotels und Gaststätten könnten auf bewährte Maßnahmen zurückgreifen, um das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Die Firmen müssten neben den Gästen auch das Personal bestmöglich schützen. Dazu gehörten unter anderem kostenlose FFP2-Masken für Beschäftigte und die Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeitszeiten.

Zugleich sieht die Gewerkschaft die Politik in der Pflicht, die Einkommenseinbußen der Beschäftigten in Kurzarbeit auszugleichen. „Wer das Gastgewerbe über viele Monate schließt, muss auch die Folgen für die Arbeitnehmer bedenken. Wir brauchen dringend ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro im Monat“, so Hufer. Selbst wenn Hotels und Gaststätten schrittweise wieder öffnen dürften, sei ein Großteil der Beschäftigten noch monatelang auf das Kurzarbeitergeld angewiesen. Ohne eine Aufstockung kämen die Menschen damit aber nicht länger über die Runden.