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together Kleve - Neuer Treffpunkt für queere Jugendliche

„together Kleve“ : Neuer Treffpunkt für queere Jugendliche

Das „together Kleve“ ist ein Café für schwule, lesbische und bisexuelle Jugendliche bis 27 Jahre. Dort können sie sich austauschen, es gibt Hilfe und Beratung.

Fünf Jahre lang trafen sie sich im Klever Radhaus, aber sie mussten den dort zur Verfügung gestellten Raum immer wieder um- und aufräumen. Das ist jetzt nicht mehr nötig, denn sie haben jetzt ein Domizil ganz für sich: „together Kleve“ am Spoyufer 1-3 ist ein Café für LSBTIQ.

Eine Abkürzung, die noch nicht jedem geläufig ist und deshalb erklärt werden muss: sie steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und queere Menschen. „Das Wort queer stammt aus dem Englischen und bezeichnete früher in abwertender Weise Homosexuelle, heute wird es bewusst gebraucht für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“, erklärt Carla Fioriglio, Leiterin und pädagogische Fachkraft von „together Kleve“.

Bei einer Besichtigung der neuen Räumlichkeit erklärte sie, was das Netzwerk „Queere Jugend NRW“ mit den together-Treffs Jugendlichen anbietet, wie geholfen und beraten wird. Eingeladen zu dem Ortstermin hatte Lea Bongers, Vorsitzende der Kreis Klever Jungsozialisten. Begleitet wurde sie von der Bundestagsabgeordneten für den Kreis Kleve, Barbara Hendricks, dem Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Jürgen Franken, und Moritz Walter von den Kevelaerer Jusos.

Carla Fioriglio, drei weitere Fachkräfte sowie mehrere ehrenamtliche Mitarbeiter freuen sich, dass es nun in Kleve einen festen Anlaufpunkt für queere Jugendliche gibt. „Es gibt so viele ungeoutete junge Menschen, die einen Ort brauchen, an dem sie Gleichgesinnte treffen können ohne diskriminiert zu werden“, sagt Carla. Sie betont, dass im Treff Beratungsgespräche in einer ungezwungenen Atmosphäre passieren. Ganz wichtig sei ihr Rat an die Besucher: „Zeigt, wer ihr seid“ nach dem Motto „Break the black box“. Im Übrigen sei queer-sein gar nicht so ungewöhnlich, immerhin betreffe es zehn Prozent aller Menschen. Der Treff sei ein Anfang in Richtung Normalität, nach der ja jeder sich sehne.

Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Modei Blank erzählt, wie sie vor einigen Jahren als Studentin den Treff besuchte, als er noch im Radhaus stattfand: „Plötzlich war es gar nicht mehr komisch zu sagen: Ich habe eine Freundin. Ich wurde dabei nicht mehr seltsam angeschaut, es war einfach normal.“ Sie gehöre nun nicht mehr zur Altersgruppe der Besucher, helfe aber weiter mit. Die Jugendlichen, die kommen, seien auf der Suche nach Gesprächspartnern, die sich ähnlich fühlen. Wie alle jungen Menschen benötigten sie Kontakt zu Gleichaltrigen – ohne ausgegrenzt zu werden.

Carla bestätigt dies. Gespräche seien auch möglich mit Angehörigen oder mit Paaren. Kreativ-Angebote oder informative Vorträge reichen vom Seifenmachen über Aktmalerei bis hin zur Piercing-Beratung. Der Raum am Spoyufer wurde im Dezember 2019 bei der Stadt Kleve angemietet. Träger ist der SVLS (Sozialverein für Lesben und Schwule mit Sitz in Mülheim an der Ruhr). Fördergeld gibt es bisher nur vom Land NRW, die Treffs brauchen aber, wie die Leiterin mitteilt, auch Spenden sowie Unterstützung von Stadt und Kreis. In den letzten Monaten wurde renoviert. „Wir haben alles selbst gemacht, viele unserer Stammbesucher haben mit angepackt“, so Carla.

Drei together-Treffs gebe es am Niederrhein, für den Kreis Kleve seien sie aber bisher der einzige. Geöffnet ist der Treff jeden Dienstag und Samstag von 17 Uhr bis 22 Uhr. Kontakt: kleve@together-virtuell.de Telefon: 0208 30 27 358