Bedburg-Hau-Till: Till: Aus Scheune wird ein Landgasthof

Bedburg-Hau-Till : Till: Aus Scheune wird ein Landgasthof

Anette Opgenoorth und ihr Ehemann Thorben Schröder möchten ab Mitte des Jahres 2015 regionale und bürgerliche Küche für diverse Anlässe anbieten. Sie als Allrounderin im Service, er als Chef in der Küche - schon steht das Konzept.

Der Niederrhein wird um ein schmuckes Restaurant reicher: Ein etwa 110 Jahre altes Gemäuer mit hellen Holzdecken und ein offen gestaltetes Küchenkonzept sollen Besucher ab Mitte 2015 nach Till auf den "Landgasthof Westrich" locken. "Mittags bis abends wird es an fünf Tagen in der Woche durchgehend warme Küche geben", sagt Anette Opgenoorth.

Die gelernte Assistentin für Hotelmanagement und Köchin will im kommenden Jahr die Gaststätte mit Ehemann und Koch Thorben Schröder auf dem elterlichen Hof eröffnen. Vater Franz Opgenoorth konnte unter vier Kindern keine Nachfolge für die Landwirtschaft ausmachen. Als Anette ihre Idee für das Restaurant präsentierte, waren er und seine Frau erst skeptisch, doch nun sind sie Feuer und Flamme. Die Voraussetzungen sind gegeben: Äpfel, Pflaumen, Kräuter und Gemüse werden im Garten angebaut. Thorben Schröder möchte Wurst und Schinken aus der Opgenoorthschen Rinderzucht herstellen. Ein Holzbackofen steht zur Verfügung.

Seine Frau hat sich einen umfangreichen Wissensschatz über Cocktails, Kochen und Service angeeignet, derzeit bildet sie sich zum Sommelier weiter. So sieht auch das Konzept aus. Feinschmecker und Weingenießer sollen in Till genauso auf ihre Kosten kommen, wie der Feierabend-Biertrinker. Ob Hochzeiten, Geburtstage, Restaurantbetrieb mit Radlerplatte oder Drei-Gänge-Menü - all das wollen sie mit je einem Festangestellten in Küche und Service bewerkstelligen.

Neben Aushilfskräften sollen später auch Auszubildende folgen. Die Nachwuchsförderung liegt den Gastronomen ebenso am Herzen, wie die Zufriedenheit ihrer Gäste. "Ich falle zufrieden ins Bett, wenn Kunden sich bedankt haben", sagt Anette Opgenoorth. Schon seit der Kindheit hatte sie den Traum, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Nach der Schule wollte sie eine Ausbildung zum Koch beginnen, doch Freunde und Verwandte rieten ihr davon ab. So begann die heute 29-jährige 2004 mit der Ausbildung zur Assistentin für Hotelmanagement. Im Anschluss trat sie dann doch die Ausbildung zur Köchin an. Zur Berufsschule schickte sie ihr zweiter Ausbildungsbetrieb, das Schlosshotel Hugenpoet in Essen, nach Baden-Württemberg. "Dort werden die Auszubildenden mit Zusatzqualifikationen ausgestattet: Neben Koch und Refa-Theorie lernen sie auch Fremdsprachen", sagt Opgenoorth. Nach der Lehre kam sie als Köchin nach Hamburg. Bei der Arbeitsstelle in der Hamburger Speicherstadt traf sie auf den damaligen Chef-Saucier Thorben Schröder.

Die beiden gingen gemeinsame Wege. Hamburg, die Nordseeinsel Föhr, Essen und jetzt Till - für gute Gastronomen ist der Wechsel der Arbeitsstelle ein absolutes Muss, um Erfahrung zu sammeln. Fast aus Langeweile, so Anette Opgenoorth, begann sie während der Zeit auf Föhr ein Fernstudium zur Fachwirtin im Gastgewerbe an der Deutschen Hotel Akademie in Köln. Sie schloss als Beste im Fachbereich Gastronomie mit der Note eins ab und beschloss den Schritt in die Selbstständigkeit.

Seit Mai wohnt das Paar im Altenteil auf dem Bauernhof in Till. Kurz darauf folgte die Hochzeit, es begannen die ersten Umbaumaßnahmen. Der Businessplan steht, die ersten Finanzierungsgespräche mit den Banken sind durch. Die beiden blicken begeistert in die Zukunft.

(RP)
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