Telefonaktion zum Thema Schmerz mit Prof. Jörg Mühling in Kleve

Medizin in Kleve : Schmerz: „Ich hab’ schon alles versucht“

Prof. Jörg Mühling sprach am RP-Telefon mit zahlreichen Schmerzpatienten. Wer nicht durchgekommen ist, kann den Fachmann dienstags in seiner Schmerzambulanz am Klever Krankenhaus unter Telefon 02821 4901851 erreichen.

Zahlreiche leidgeprüfte Menschen riefen am Dienstag in der Lokalredaktion der Rheinischen Post an, um mit dem Leiter der Schmerzambulanz am Klever Karl-Leisner-Klinikum, Prof. Jörg Mühling, zu sprechen. Allen gemeinsam war die Verzweiflung über ihren oft seit Jahren andauernden Zustand: „Keiner kann mir helfen. Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll“, war mehrfach zu hören.

Fast alle Patienten, die unter chronischem Schmerz leiden, sind Profi in ihrer eigenen Krankengeschichte. Viele rasseln die Medikamente runter, die sie seit Jahren einnehmen, nennen Ärztenamen und Kliniken, mit denen sie mehr oder weniger gute Erfahrungen gemacht haben. Einige wollen nicht viel mehr als einen raschen Termin in der Spezialambulanz, andere haben nicht zuletzt Bedarf an jemandem, der zuhört und ihr Problem ernst nimmt.

Das tut Prof. Mühling in besonderem Maße. Freundlich, interessiert, mitfühlend. Und unvoreingenommen, denn er kennt die Anrufenden ja nicht. Welches Fachgebiet ist das richtige bei starkem Rückenschmerz? Ist es der Orthopäde, der Neurologe, braucht es den Anästhesisten, den Chirurgen oder könnte vielleicht schon die Ermunterung, sich mehr und „richtig“ zu bewegen, helfen? Einer älteren Dame mit unruhigen Beinen und daraus resultierenden Schmerzen wurde geraten, sich ein einfaches Laufband zu besorgen und ein wenig zu wandern, statt sich schlaflos im Bett zu wälzen. Zusätzlich zur umfassenden Untersuchung und passenden Medikation, versteht sich.

Prof. Mühling ist vorrangig an der Nimweger Radboudklinik beschäftigt und nur an einem Tag (meist dienstags) in Kleve. Die beiden Kliniken arbeiten eng zusammen, hiesige Patienten dürfen hoffen, in der Fachklinik jenseits der Grenze noch mehr Hilfe zu erfahren. Nicht immer ist es eine ganz neue Behandlungsmöglichkeit, nach der gefragt wird, manchmal sind Medikamente auch nur nicht optimal dosiert. Geschichten von Frauen, die täglich 38 Tabletten nehmen, erschrecken den Laien, sind dem Fachmann aber nicht fremd. Sein Tipp in fast jedem Fall: Sich in der Schmerzambulanz vorstellen, wenn andere Fachärzte nicht hinreichend helfen konnten.

Es gibt auch Patienten, die ihrem Hausarzt 30 Jahre lang die Treue hielten und sich bislang nicht zum Spezialisten „trauten“. Dabei gibt es Experten für alles, auch am Niederrhein. Ein sehr kompliziertes Gelenk scheint die Schulter zu sein, auch die Parkinson-Erkrankung geht oft mit starken Schmerzen einher. Frauen fragten den Arzt am Telefon für ihre kranken Ehemänner nach den Möglichkeiten der Akupunktur, eine sogar danach, ob ein Wunderheiler helfen könne. Ein Nadel-Implantat im Ohr, angeboten von einem nach Spanien ausgewanderten Arzt, Kostenpunkt 8000 Euro – ob das einen Versuch lohne? „Bloß nicht“, ist sich der Mediziner da ganz sicher. Das klingt nach Quacksalberei.

Prof. Mühling versichert, dass Ratsuchende, die ihn dienstags unter Telefon 02821 4901851 anrufen, zeitnah einen Termin bekommen. Auch Berufskollegen bietet er an, sich mit ihm auszutauschen.

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