Kleve: Suche nach neuen Märkten

Kleve : Suche nach neuen Märkten

Der Niederländisch-deutsche Businessclub wird im nächsten Jahr 15 Jahre. Darüber sprach Journalist Henk Raijer mit dem Vorsitzenden des Vereins, Freddy Heinzel.

15 Jahre existiert die Netzwerkplattform nun schon. Was haben Sie vorzuweisen außer dem monatlichen Ritual eines Mitgliedertreffens?

Fredy Heinzel Dieses "monatliche Ritual", das wir Jour Fix nennen, ist eine wesentliche Stärke des Niederländisch-Deutschen Businessclubs. In diesem Jahr hatten wir eine Reihe interessanter Vorträge, unter anderem über die Zielrichtung der neuen Hochschule in Kleve, grenzüberschreitendes Hochwasserrisikomanagement, grenzüberschreitende Nahverkehrskonzepte sowie Verlustkommunikation. Zunächst jedoch liegt der Mehrwert für regional verankerte Unternehmer in der Verbreiterung ihres geschäftlichen Netzwerks. Kern der Veranstaltung ist schließlich die Schaffung einer Netzwerkplattform, wo Unternehmer einander begegnen können. Generell kann man feststellen, dass die Netzwerkfähigkeiten bei den niederländischen Mitgliedern stärker entwickelt sind als bei ihren deutschen Kollegen. Bei den deutschen Mitgliedern der jüngeren Generation sehe ich in dieser Hinsicht inzwischen Bewegung.

Welche Ziele setzen Sie sich für das Jahr 2010 außer Niederländern den deutschen Markt schmackhaft zu machen und umgekehrt?

Heinzel Zunächst einmal den Wirtschaftsraum Niederlande stärker in den Fokus zu rücken. Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder feststellen müssen, dass trotz der ausgeglichenen Handelsbilanz zwischen beiden Ländern die Niederländer stärker auf den deutschen Markt drängen, als dies umgekehrt der Fall ist.

Ist grenzüberschreitendes Wirtschaften mit all den damit verbundenen Risiken in Zeiten der Krise wirklich eine ernsthafte Option für die Unternehmer?

Heinzel Ja, absolut. Unternehmer sind geradezu herausgefordert, diesen Schritt zu wagen. So stelle ich zum Beispiel bei niederländischen Unternehmern fest, dass sie sich aufgrund stagnierender Nachfrage im eigenen Land geradezu gezwungen sehen, nach neuen Absatzmärkten Ausschau zu halten. Und das tun sie auch ganz offensiv. Insofern sehe ich in der aktuellen Rezession nicht unbedingt ein Hindernis für grenzüberschreitende Aktivitäten, sondern ein Chance.

(RP)
Mehr von RP ONLINE