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Kreis Kleve: Studenten als Unternehmer

Kreis Kleve : Studenten als Unternehmer

Zum Lehrplan der Fontys Universität in Venlo gehört das einjährige "International Mini Company Project". Die Studenten müssen eigenständig Unternehmen gründen und diese zum Erfolg führen.

"Sobald wir den Break-even erreichen ...", wer Alexander Hecht, PR-Assistent der Firma "Trend!Up", zuhört, muss sich auf Business-Englisch einstellen. Der Klever spricht von dem Punkt, ab dem sein Unternehmen Gewinn einfährt. Hecht ist ein "International Marketing" Student der Fontys Universität Venlo.

Und das Unternehmen Teil des "International Mini Company Projects" der Universität, durch das die Studenten lernen sollen, wie es ist, selbstständig ein Unternehmen zu gründen und dieses von der Produktidee bis zur Unternehmensabwicklung zu führen. Die Studenten der Wirtschaftsstudiengänge im dritten und vierten Semester wurden fächerübergreifend den 42 Mini-Unternehmen mit jeweils 10 bis 12 Mitgliedern zugelost.

"Nach der Firmengründung mussten wir uns in das niederländische Handelsregister eintragen, ein Konto eröffnen, Steuern zahlen und am Markt auftreten wie ein gewöhnliches Unternehmen", erklärt Philipp Braun aus Kleve, Human Ressources Manager des "Trend!Up" Unternehmens. Der Student ist für die Kommunikation innerhalb der Firma und mit der Jong Ondernemen Stiftung zuständig, über die die Studentenunternehmen laufen.

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Nach einer umfangreichen Marktforschung stand die Produktidee fest, erzählt Hecht: "Das Produkt darf es so noch nicht zu kaufen geben und es soll entweder Nachhaltigkeits- oder Wohltätigkeitskriterien erfüllen. Wir haben einen Allzweck Stift- und Schlüsselhalter konzipiert, der aus alten Fahrradschläuchen produziert wird." Die Produktion ist natürlich nicht kostenlos, daher haben die Studenten Aktien der Firma zu je 20 Euro ausgegeben, um das Startkapital aufzubringen. Etwa 100 Schlüsselhalter, genannt "myTube", haben die Studenten bisher zum Preis von 7,50 Euro verkauft.

Nach zehn Monaten wird das Unternehmen abgewickelt und die Anteilseigner müssen ausgezahlt werden. "Wir haben den Aktionären eine Gewinnquote von mindestens zehn Prozent versprochen. Um diese erfüllen zu können, müssen wir noch einige "myTubes" verkaufen", so Hecht. Bei so viel unternehmerischer Fachsimpelei kann man fast vergessen, dass die Mini-Company ein fester Bestandteil im Studium der International Marketing Studenten ist.

Nach Abschluss des Projektes müssen sich die Gruppenmitglieder gegenseitig anonym evaluieren und Noten geben. "Jetzt wo ich mitten im Projekt stecke, merke ich, dass ich durch die Arbeit in der Mini-Company Erfahrungen sammle, die weit über den normalen Studentenalltag hinausgehen", resümiert Braun, der auch Konflikte, die innerhalb des Unternehmens auftreten können, lösen muss: "Die Erfahrung gemeinsam für eine Sache zu kämpfen und Konflikte zu lösen um die Firma auf Erfolgskurs zu halten ist ein wichtiger Einblick in das spätere Berufsleben."

(menn)