Kleve/Erlangen: Streng geheim: Der neue Minoritenplatz

Kleve/Erlangen : Streng geheim: Der neue Minoritenplatz

Hochrangige Delegation aus Klever Politik und Verwaltung nahm den neuen Entwurf des umstrittenen Geschäftshauses beim Investor Sontowski & Partner in Erlangen unter die Lupe. Ab Dienstag ist das Modell im Rathaus zu begutachten.

Hochrangige Delegation aus Klever Politik und Verwaltung nahm den neuen Entwurf des umstrittenen Geschäftshauses beim Investor Sontowski & Partner in Erlangen unter die Lupe. Ab Dienstag ist das Modell im Rathaus zu begutachten.

Die angekündigte vollständige Transparenz findet erst ab Montag statt: Die hochrangige Delegation aus Klever Politik und Verwaltung, die in den beiden verganfgenen Tagen beim möglichen Minoritenplatz-Investor Sontowski & Partner in Erlangen den neugestalteten Entwurf für das geplante Geschäftshaus auf dem Filetstück in der Unterstadt unter die Lupe genommen hat, schwieg sich während der Rückreise im Omnibus am Freitagnachmittag aus. Es gab keinerlei Stellungnahme, weder von der Politik noch von der Verwaltung. Offenbar will keiner vorschnell sein Pulver verschießen, denn Tatsache ist: Am Montag lässt der Investor seine neue Konzeption im Büro der Düsseldorfer "RKW Architekten" von den Planern der Presse vorstellen, ab Dienstag wird das Modell für den "neuen" Minoritenplatz im Klever Rathaus für jeden Interessierten zu begutachten sein, am Dienstagabend werden die Beiräte informiert,

Was aus dem Sontowski-Büro drang, war eine eher karge Pressemitteilung, per Mail am Nachmittag zugesandt. Der war zu entnehmen, dass die Besucher aus Kleve nach einem Abendessen mit den Sontowski-Investoren um Projektleiter Thomas Riek gestern zunächst den Campus Röthelheimpark besichtigt hatten, ehe ihnen die neuen Entwürfe für den Minoritenplatz vorgestellt worden waren. Der Campus Röthelheim umfasst Verkaufsflächen von 4600 Quadratmetern und Büroflächen von 6900 Quadratmetern und liegt damit in der Größenordnung des Minoritenplatzes, für den nach "alter" Konzeption 6300 Quadratmeter Verkaufsflächen und 9000 Quadratmeter Büros und Nebenflächen vorgesehen waren.

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Die Vorstellung des nach der Kritik aus Klever Politik wie Bürgerschaft komplett überarbeiteten Entwurfes für den Minoritenplatz war der zentrale Tagesordnungspunkt, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem weist der Investor darauf hin, dass nach der Präsentation des Modells im Klever Rathaus auch eine Bürgerversammlung geplant ist, in der die Sontowski-Gruppe die aktuellen Planungen genau erläutern will, ehe der Stadtrat seine endgültige Entscheidung fällt. Die soll dem Vernehmen nach bis zum Wonnemonat Mai über die Bühne gehen.

Mit nach Erlangen per Bus reisten (auf der Hinfahrt übrigens 7,5 Stunden lang durch Winterwetter und Schnee) Bürgermeister Theo Brauer, Stadtkämmerer Willibrord Haas, Wirtschaftsförderer Dr. Joachim Rasch sowie die Bürgermeister-Referentin Daniela Rennecke, für die CDU Fraktionschef Udo Janssen, Bauausschuss-Vorsitzende Brigitte Aengenendt und Michael Heirichs, für die SPD Fraktionschef Alexander Frantz und Ex-Bürgermeisterkandidat Josef Gietemann sowie für die Bündnisgrünen Fraktionssprecherin Dr. Hedwig Meyer-Wilmes. Die FDP sowie die Offenen Klever hatten es bekanntlich vorgezogen, in Kleve zu bleiben, weil sie ihre ablehnende Meinung ohnehin nicht zu ändern gedenken.

Keiner aus der Delegation war indes gestern auf der Rückreise zu erreichen — das neue Modell für das mit 18 Millionen Euro veranschlagte Geschäftshaus soll ganz offenkundig nach übereinstimmender Meinung bis Montag noch streng geheim bleiben.

(RP/ac)