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Niederrhein: Streik lähmt den Busverkehr im Kreis

Niederrhein : Streik lähmt den Busverkehr im Kreis

Ein Warnstreik bei der Firma Look hat am Montag große Teile des Busverkehrs in und um Kleve getroffen. Rund 70 Fahrer legten die Arbeit nieder. Betroffen waren auch Busverbindungen im Südkreis sowie bis Moers, Rheinberg und Duisburg.

Ab sechs Uhr am Morgen haben die Beschäftigten des Busunternehmens Look in Kleve am Montag die Arbeit für einen ganztägigen Warnstreik niedergelegt. Rund 70 Mitarbeiter trafen sich zu einer Kundgebung am Betriebshof in Kleve. Betroffen waren Tausende Fahrgäste, darunter ein großer Anteil Schüler, deren Busse überhaupt nicht oder nur mit teils großer Verspätung fuhren.

Die Auswirkungen des Streiks waren am stärksten in und um Kleve spürbar. Doch auch sieben Buslinien im Südkreis und weitere sieben im Raum Moers/Duisburg waren betroffen. "Wir haben vor allem in den Spitzenzeiten, wenn die meisten Schüler fahren, mit zusätzlichen Bussen und Fahrern der Niag ausgeholfen, um den Betrieb so gut es ging Aufrecht zu erhalten", sagte Niag-Pressesprecherin Beate Kronen. Außerhalb der Stoßzeiten sei es aber auf vielen Linien nicht möglich gewesen, alle Fahrten durchzuführen. "Besonders bei den Linien 50, 56, 57 und SB 58 hatten wir fast einen Totalausfall", so Kronen.

Die Auswirkungen des Streiks haben die Schulen in der Region offenbar zu spüren bekommen. "Bei uns sind sehr viele Schüler deutlich zu spät gekommen, einige haben es überhaupt nicht zum Unterricht geschafft", sagt Dagmar Hanrath von der Schulverwaltung des Berufskollegs in Kleve.

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"Die Fahrer, die gestreikt haben, bedienen 31 Busverbindungen. Wir gehen davon aus, dass beispielsweise am Morgen davon etwa 20 ausgefallen sind", sagte Dietmar Kehm von Verdi Niederrhein. Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und Look waren zuvor abgebrochen worden. "Das Angebot des Arbeitgebers, das seitens der Gewerkschaft abgelehnt wurde, hätte für die Fahrer eine Lohnsteigerung in den nächsten 1,5 Jahren von bis zu zwölf Prozent bedeutet", teilte die Niag mit. Verdi hingegen fordert langfristig einen einheitlichen Tarifvertrag sowohl für die direkt bei der Niag angestellten Fahrer, als auch für die Fahrer der Tochterfirmen wie Look. "Dafür hatten wir einen langfristigen Stufenplan vorgeschlagen. Der wurde ebenso abgelehnt wie unsere Forderung, wenigstens den gleichen Lohn zu bekommen, der bei der anderen Niag-Tochter gezahlt wird", sagte Gewerkschafter Kehm. Warum es auch bei zwei Tochterfirmen Unterschiede in der Bezahlung gebe, verstehe niemand mehr.

Wie es weitergeht, ist derzeit noch unklar. Die Fronten scheinen verhärtet. "Wir warten jetzt auf eine Reaktion des Arbeitgebers, rechnen aber nicht damit, dass in nächster Zeit schon etwas passiert", so Kehm. Stattdessen werde man sich zusammensetzen und über weitere Warnstreiks nachdenken.

"Wir können unsere Fahrgäste nur um Verständnis bitten. Im erneuten Streikfall werden wir früh morgens auf unserer Homepage darüber informieren", erklärte Niag-Sprecherin Kronen. Gewerkschafter Kehm nimmt aber schon vorweg: "Am Dienstag wird es bei Look keinen Streik geben." Die Fahrgäste können also für heute aufatmen.

(RP/ac)