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Kleve-Kellen: Steinsäulenwald erinnert an Opfer des Zweiten Weltkriegs

Kleve-Kellen : Steinsäulenwald erinnert an Opfer des Zweiten Weltkriegs

Sie starben in den Weiten Russlands, in der Wüste Afrikas, in den Tiefen des Atlantiks, in Italien oder im hohen Norden Skandinaviens, in der Heimat. Männer und Frauen aus Kellen.

1939 fiel Johann Sander, 23 Jahre alt, in Polen, Heinrich Weyers starb im Wrack eines U-Bootes im Atlantik 1941, Emil Arping mit 28 Jahren vor El Alamein, Peter Lutz war erst 17, als er in Italien fiel. Wilhelm Frede kam mit 67 Jahren im KZ Sachsenhausen um. Jürgen Bleisteiner und Wolfgang Dahms vom Kellener Heimatverein Cellina erinnerten gestern während einer Feierstunde mit den Namen Einzelner an die 300 Kellener Bürger, die während des Zweiten Weltkriegs umkamen.

Emil Kunst und seine Frau Franzy haben akribisch diese Namen der in den Kriegsjahren umgekommenen Kellener gesammelt, sie vor dem Vergessen bewahrt. Namen, die in 17 übermannsgroßen Steinstelen geschlagen wurden, die zentral zwischen dem alten und dem neuen Park in Kellen aufgestellt und gestern feierlich übergeben wurden.

Der MGV 1905 Kellen intonierte Wilhelm Fritzes "Menschen bewahrt euch den Frieden" und Feuerwehr und Schützen hielten die Wacht. Wie der Krieg die Menschen zufällig über ganz Europa verteilte, stehen die Namen zufällig auf den Stelen. Schon 2008 gab es die ersten Überlegungen, die Listen nicht in den Kirchen auszulegen, sondern sie als Mahnmal in Stein zu schlagen, die vorhandenen Mahnmale zu erweitern, erinnerte Wolfgang Dahms in seiner Festrede. Es sei auch klar gewesen, dass dies nut der Bildhauer Christoph Wilmsen-Wiegmann machen könne, der schon die Steinspirale von 1987 schuf, sagte Dahms. Es sei ein intensiver Prozess gewesen, an dessen Anfang die Idee, das Projekt von Emil Kunst gestanden habe. Man habe sich auch bewusst entschieden, die Namen nicht zu ordnen. "Krieg zerstört jede Ordnung, ist chaotisch", sagt Dahms. Eine Stele hat nur zwei Namen - sie wird weitere aufnehmen können.

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Bürgermeister Theo Brauer mahnte in seiner Rede, dass es keinen Tag ohne Krieg auf der Welt gebe und dass der Krieg immer noch nah sei, blicke man auf die Ukraine-Krise und den IS-Terror. Pfarrer Achim Rohländer unterstrich, dass die Stelen eine bleibende Verpflichtung seien, das Gedenken an die Opfer zu wahren. Zum Gedenken an die Gefallenen legten Brauer sowie Emil und Franzy Kunst je eine weiße Rose zu den Füßen der Stelen. (Weiterer Bericht folgt auf der Seite Lokale Kultur).

(RP)