Kleve: Stadtmarketing: Schweizerhaus fehlt uns

Kleve : Stadtmarketing: Schweizerhaus fehlt uns

Die touristische Bilanz der Kreisstadt kann sich sehen lassen: 98 755 Übernachtungen hat es im vergangenen Jahr gegeben. Um für Auswärtige attraktiv zu bleiben, wird weiter investiert - etwa 20 000 Euro in eine neue Internetseite.

Es bleibt dabei: Vor allem im Sommer kann das Kleverland punkten. Radfahren, wandern, übernachten im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Das Stadtmarketing hat touristische Bilanz gezogen - und die ist auf Erholungskurs. Insgesamt 98 755 Übernachtungen hat es in der Schwanenstadt im Jahr 2014 gegeben. Das entspricht Wachstum von etwa einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dabei ging es aber nicht immer bergauf: Von ehemals 950 Betten in Kleve sind noch 700 übrig geblieben. Auch, weil Kleve in den vergangenen Jahren ein Hotel verloren hat. "Manchmal fehlt uns ein Schweizerhaus. Vor allem, wenn wir Vereine und Busgruppen ansprechen wollen, bekommen wir sie häufig nicht untergebracht", sagt Ute Schulze-Heiming vom Stadtmarketing. Das Hotel verfügte seinerzeit über 126 Zimmer mit 311 Betten.

Dazu kamen Tagungsräume, eine Diskothek, eine Kegelbahn und Parkplätze. Die klassischen Schweizerhaus-Besucher fahren mittlerweile nicht mehr Kleve, sondern vor allem das Wunderland Kalkar an. Der Freizeitpark kommt ebenfalls auf etwa 100 000 Übernachtungen im vergangenen Jahr - hat zuletzt jedoch 8000 verloren und will jetzt seinerseits mit neuen Konzepten gegensteuern. Dessen ungeachtet dürfe man zumindest fragen, ob nicht auch Kleve ein weiteres Hotel vertrage, dass eben diese Zielgruppe anspreche, sagt Ute Schulze-Heiming.

Das ist, wenn überhaupt, aber Zukunftsmusik. Genau wie eine mögliche Kultur- und Tourismusförderabgabe für private Übernachtungen in der Schwanenstadt. Auch wenn der Begriff auf der Pressekonferenz fällt, ein Thema ist die Abgabe für Kleve wohl noch nicht. "Die Finanzen sind zwar knapp, wir träumen aber noch nicht einmal davon", sagt Schulze-Heiming. Andere Städte wie Aachen, Duisburg oder Köln sind da schon längst weiter: Dort zahlen Besucher fünf Prozent des Zimmerpreises als Abgabe an die Stadt.

Die Aufenthaltsqualität vor Ort soll weiter steigen. Neue Broschüren zum Thema "Wandern" sorgen dafür, dass auch Besucher von außerhalb reizvolle Touren finden, ohne sich zu verlaufen. Tagesaufenthalte wie die Draisinen-Angebote vermittelt Kleve Marketing bereits seit fünf Jahren. Mehrtagespauschalen waren aus rechtlichen Gründen bisher aber nicht im Portfolio. Bis jetzt: Seit kurzem bietet man auch Angebote mit Übernachtungen an. Etwa für Fahrradfahrer oder Eltern, die sich den Studienort ihrer Kinder vorab anschauen wollen.

Zur Erfolgsgeschichte scheint sich die Touristen-Information zu entwickeln. Während die Lage jenseits der Herzogbrücke zunächst dafür gesorgt hat, dass weniger Touristen als gewünscht das Büro gefunden haben, trägt die Arbeit vor allem seit der Entwicklung des Opschlags Früchte. 16 000 Besucher wurden im vergangenen Jahr gezählt, das sind mehr als 40 am Tag. "So viele hatten wir noch nie. Das ist die Spitzenzahl seit Bestehen", sagt Schulze-Heiming.

Ganz neu ist der Internetauftritt, mit dem Kleve bei auswärtigen Besuchern punkten soll. Das Portal www.kleve-tourismus.de wurde von einer Agentur runderneuert, hat nicht nur eine neue Kachel-Optik bekommen, sondern passt sich jetzt auch automatisch jedem Gerät an - egal ob Smartphone, Tablet oder der PC daheim, wie Stadtmarketing-Mitarbeiterin Karina Binn erklärt. "Damit erfüllen wir sämtliche Voraussetzungen, die auch die modernen Suchmaschinen an uns stellen", sagt Ute Schulze-Heiming. Etwa 20 000 Euro hat die neue Plattform samt Erlebnisseiten, Videobotschaften und Buchungssystem gekostet. "Das Digitale ist ein echter Kostenpunkt geworden", räumt sie ein. Im Laufe des Jahres soll ein überarbeiteter Veranstaltungskalender hinzukommen.

Ebenfalls über die Plattform können Besucher ihre Unterkunft in Kleve buchen: 60 Ferienwohnungen, elf Privatzimmer und sechs Hotels stehen zur Verfügung. Ein Großteil der Gäste komme aus Deutschland, den Niederlanden und England, auch Geschäftsreisende und Studenten mieten sich ein. "Am 20. Juni sind wir übrigens ausgebucht", meint Schulze-Heiming. Dann kommt das Festival-Großereignis "WDR 2 für eine Stadt" nach Kleve.

(RP)
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