Karneval in Kleve : Keine Prinzessin für Kleves Prinzen

Bis zum Elften im Elften dauert es zwar noch einige Wochen, doch für die Delegierten des Klever Rosenmontags-Komitees (KRK) wurde bereits jetzt die Fünfte Jahreszeit eingeläutet.

Und das mit einem Paukenschlag: Bürgermeisterin Sonja Northing stellte unter Punkt 8 der Tagesordnung den Antrag „Prinzessin für Kleve“. Northing plädierte dafür, künftig in der Schwanenstadt ein Prinzenpaar zu inthronisieren.

„Es wäre eine große Bereicherung und ist zeitgemäß“, sagte die Verwaltungschefin, die aber auch betonte, dass letztlich natürlich der Prinz selber entscheiden könnte, ob er eine Dame an seine Seite stellen möchte oder eben nicht.

„Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes“, entgegnete Norbert Pauls, ehemaliger KRK-Präsident und Ex-Prinz „Norbert der Rasante“. Die Idee, eine Prinzessin mit ins Boot zu nehmen, kam auch bei anderen Tollitäten vergangener Tage nicht gut an. „Wir sind mit unserer Tradition ganz gut gefahren“, sagte „Theo der Beschwingte“, zumal es dann viele offene Fragen gäbe. Jürgen Kalkes, Vorsitzender von Viethens Bullen, formulierte es noch drastischer: „Ich bin immer offen für alles, aber davon halte ich gar nichts.“ Frank de Schauwer (Ex-Prinz „Frank der Haarmonische“): „Es geht auch um die Kosten. Es müssen mehr Orden verteilt werden, die Strukturen insgesamt sind dann ganz anders.“ Als Prinz sei man für alle da, argumentierte Jochen van Heek (Ex-Prinz „Jochen der Funkende“). „Außerdem ist der Karneval in Kleve entstanden.“

In geheimer Wahl stimmten von den stimmberechtigten 37 Delegierten 32 gegen eine Prinzessin für Kleve. Bürgermeisterin Northing nahm es gelassen hin: „Ich schätze Traditionen.“

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