Kleve: Stadt Kleve verwaltet das Erbe des KCN

Kleve: Stadt Kleve verwaltet das Erbe des KCN

Nach der Auflösung des Klever Citynetzwerks will die Wirtschaftsförderung die Aktionen der Händlervereinigung fortführen. Neue Ideen für eine attraktivere Innenstadt gibt es nicht. Die sollen nun engagierte Bürger liefern.

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) weiß man genau, welche Städte am Niederrhein florieren und welche nicht. Kleve gehört zu den Kommunen, in denen die Geschäfte gut laufen, vor allem dank der Niederländer, die hier in schöner Regelmäßigkeit einkaufen. Doch ein Wörtchen, ausgesprochen von IHK-Referent Michael Rüscher, lässt aufhorchen: "Kleve geht es gut - noch", sagte der Handelexperte .

Die Gesellschaft Wirtschaft, Tourismus & Marketing (WTM) der Stadt Kleve hatte Händler und interessierte Bürger in die Stadthalle zu einer Veranstaltung mit dem Titel "Klever Innenstadt - gemeinsam handeln" eingeladen. Ziel sei es, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern, erläuterte Bürgermeisterin Sonja Northing den rund 60 Gästen. "Nach der bedauerlichen Auflösung des Klever Citynetzwerks (KCN) stellt sich die Frage, wie wir künftig zusammenarbeiten", sagte Northing. Kleves größte Händlervereinigung hatte sich Ende 2017 aufgelöst, weil es nicht mehr genügend Mitglieder und Aktive und in der Folge zu wenig Einnahmen gab. Nun geht es darum, wer die Veranstaltungen, die bislang das KCN organisiert hat, künftig auf die Beine stellen soll und wie Kleve als Einkaufsstadt punkten will. "Hier wollen wir ein ganz klares Signal setzen: Es geht weiter. Wir wollen den Status Quo halten", sagt Wirtschaftsförderer Joachim Rasch, der seit Anfang des Jahres auch für das Stadtmarketing zuständig ist.

Der Status Quo, dargelegt von IHK-Experte Rüscher, sieht derzeit so aus: Es gibt im Innenstadtbereich 170 Läden, 60 Gastrobetriebe und 50 Dienstleister. 1880 Menschen arbeiten im Handel und erwirtschaften einen Umsatz von 439 Millionen Euro. Die Zentralitätskennziffer lautet 164,2, was bedeutet, dass deutlich mehr Kaufkraft von außen in die Stadt fließt, als Klever Geld in anderen Städten ausgeben. "Ihre Stadt ist attraktiv, übt eine hohe Anziehungskraft aus", sagte Rüscher. Und da war es wieder, das Wörtchen: "noch". Denn es gebe eine "Bedrohung", so Rüscher: "der Online-Handel". Er empfahl den Klever Geschäftsleuten, selbst online zu gehen, am besten mit einer händlerübergreifenden Plattform. Und er riet dazu, wieder eine schlagkräftige Händlervereinigung zu installieren. "Das funktioniert allerdings meist nur mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer", betonte Rüscher.

Danach, dass sich in Kleve ein Nachfolger für das KCN findet, sieht es derzeit allerdings nicht aus. Joachim Rasch beschränkt sich mit seiner Gesellschaft derzeit darauf, die Veranstaltungen und Maßnahmen des KCN fortzuführen: Drei Stadtfeste, Nikolaus kommt übers Wasser, Geschenkgutscheine, Weihnachtsbeleuchtung. Neue Aktionen wurden in der Stadthalle nicht verkündet. Über Unterstützung würde sich die Gesellschaft freuen. So durften die Besucher nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung in der Stadthalle auf einem mit "Ich bin dabei!" überschriebenen Zettel ankreuzen, für welche Themen sie sich besonders interessieren: Onlinehandel, Veranstaltungen, Geschenkgutscheine, Weihnachtsaktionen. 20 Zettel mit Namen wurden abgegeben. "Diese werden wir nun auswerten", sagt Rasch.

Auch neue Ideen sind willkommen, die sollen ebenfalls die Bürger liefern. So überlegt man, eine "Ideenfabrik Innenstadt" einzurichten. Klever sollen Impulse liefern, wie man die City attraktiv(er) gestalten und welche Aktionen man ins Leben rufen könnte. Im münsterländischen Vreden gibt es dergleichen schon. Seitdem floriert die Stadt.

(RP)