Gestaltung aus Sicht der Verwaltung Stadt Kleve sagt Plastikzäunen den Kampf an

Kleve · Die Stadt wirbt mit einer neuen Broschüre für Hecken – und wird beim Thema Plastikflechtzaun sehr deutlich. Wie sich die Verwaltung den Umgang vorstellt und wozu geraten wird.

Ein Plastikzaun kann nichts Schönes sein, sagt die Stadt.

Ein Plastikzaun kann nichts Schönes sein, sagt die Stadt.

Foto: Birgit Sroka

Die Stadt Kleve sagt Plastikzäunen den Kampf an. In einer Broschüre wirbt sie nun für grüne Alternativen zur Eingrenzung von Grundstücken – und findet deutliche Worte: „Plastikflechtzäune haben oft eine künstliche und billige Ausstrahlung im Vergleich zu natürlichen Materialien wie Holz. Sie können das Erscheinungsbild einer Umgebung sehr negativ beeinflussen und letztendlich den Wert einer Immobilie mindern“, schreibt die Stadt. „Mit anderen Worten: Ein Plastikzaun kann nichts sein, außer unschön, unökologisch und wenig nachhaltig.“

Die einen lieben sie, die anderen finden sie einfach nur praktisch. Und wieder andere wenden sich mit Grauen ab: Plastikflechtzäune zeigen so manchem Gartenbesitzer seine Grenzen auf. In trauter Zweisamkeit mit Schottergärten sind sie schon seit geraumer Zeit Thema, wenn es darum geht, über Nachhaltigkeit, Biodiversität und Ästhetik im eigenen Garten zu diskutieren.

Die Stadt Kleve hat nun also eine Infobroschüre erarbeitet, die als Ratgeber dienen soll, wenn man die Grenzen des Gartens gestalten und dabei auf die Natur und das Klima achten möchte, heißt es. Denn neben herkömmlichen Zäunen oder Mauern sehe man auch in Kleve die kontrovers diskutierten Plastikflechtzäune. „Mittlerweile gewinnen immer mehr Gartenliebhaber die Erkenntnis, dass zum Beispiel Hecken die bessere Alternative sind“, schreibt die Stadt Kleve.

Hecken seien bei der Einfriedung des Grundstücks eine natürliche und grüne Alternative und zudem ein wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten. Sie seien effektiver Schallschutz und schützten Privatsphäre. „Im Zeitalter des Klimawandels und der Umweltbelastung ist es wichtig, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Hecken tragen dazu bei, die Umwelt zu schonen. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, produzieren Sauerstoff und binden Kohlendioxid. Außerdem bieten sie Windschutz, reduzieren Erosion und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei“, schreibt die Stadt Kleve.

Wer keinen Platz für eine Hecke habe, für den seien natürliche Materialien wie Holz, Reisig, Stein oder Bambus immer noch eine ökologische und ästhetische Variante im Vergleich zu Betonwänden oder Plastikflechtzäunen. „Gerade letztere sind nun wirklich keine ideale Wahl. Plastikflechtzäune bestehen in der Regel aus Polyethylen oder anderen Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden. Die Herstellung und Entsorgung von Plastik hat jedoch erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere auf die Verschmutzung der Ozeane und die langfristige Haltbarkeit von Plastikabfällen“, schreibt die Stadt Kleve. „Zudem neigen sie dazu im Laufe der Zeit zu verblassen, zu verwittern und zu brechen. Sie sind oft weniger robust und langlebig als es auf den ersten Blick scheint und es von den Herstellern suggeriert wird“, schreibt die Stadt.

Die Broschüre der Stadt Kleve findet man im Internet unter www.kleve.de

(lukra)
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