Stadt Kleve muss Bodengutachten für Hallenbad-Gelände erstellen

Bodengutachten erforderlich : Sorge um Altlasten unter dem Bad

Wo jetzt noch das Klever Hallenbad steht, befand sich von 1858 bis 1906 eine Gasfabrik. Der Kreis befürchtet, dass der Boden unter dem Bad verunreinigt sein könnte. Bevor die Stadt das Areal als Baugebiet ausweist, will sie das prüfen.

Die Tage des Klever Hallenbads sind gezählt. Die Stadt Kleve wird das Hallenbad abreißen und möchte an seiner Stelle ein Baugebiet entwickeln. Die Untere Bodenschutzbehörde des Kreises Kleve hat jedoch Bedenken angemeldet. Die Behörde führt ein Kataster über so genannte „altlast-verdächtige Flächen“. Derzeit sind darin etwa 1000 Grundstücke enthalten, für die aufgrund ihrer vorherigen Nutzung nicht ausgeschlossen werden kann, das Boden oder Grundwasser verunreinigt sind. Die Fläche, auf der das Hallenbad steht, ist eines dieser Grundstücke.

In einer Stellungnahme an die Bezirksregierung Düsseldorf weist die Untere Bodenschutzbehörde darauf hin, dass sich das Stadtbad im Bereich eines ehemaligen Gaswerkes befindet. Bevor ein Bebauungsplan aufgestellt wird, sei daher zunächst eine Auswertung historischer Erkenntnisse notwendig, um festzuhalten, wo genau sich das Gaswerk befunden hat und welche Informationen vorliegen. „Danach wäre zu entscheiden, welche weitergehenden Untersuchungen erforderlich sind“, so die Behörde.

Diese Erkenntnisse hat die Behörde bislang gewonnen: Der Standort des Schwimmbads mitsamt der Außenflächen wurde als Verdachtsfläche erfasst und wird unter der Bezeichnung „Gasfabrik am Königsgarten“ geführt. Archivrecherchen hatten ergeben, dass dort zwischen den Jahren 1858 und 1906 eine Gasfabrik betrieben wurde. Die Behörde weist darauf hin, dass der Boden, auf dem das Stadtbad steht, möglicherweise verunreinigt sein könnte. Sie regt an, bevor das Areal als Baugebiet ausgewiesen wird, „Boden-, Bodenluft- und Grundwassersondierungen durchzuführen“. Mögliche Schadstoffe seien PAKs, BTEX, Kohlenwasserstoffe, Cyanide, Phenole, Schwefel sowie Schwermetalle, so die Behörde. Dieser Anregung möchte die Stadt Kleve auch nachkommen und das weitere Verfahren mit dem Kreis abstimmen.

Die Behörde rät grundsätzlich folgendes: „Vor dem Kauf eines Grundstückes oder einer Immobilie wird dringend empfohlen, bei der Unteren Bodenschutzbehörde Einblick in das Verdachtsflächenkataster zu nehmen.“

So würde die Stadt den Bebauungsplan für das Hallenbad-Gebiet gerne gestalten: Es soll ein Allgemeines Wohngebiet entstehen, das im Bereich des Stadtbades eine „verdichtetere Bebauung“ zulässt, wohingegen im südlichen Bereich eine aufgelockertere Bebauung forciert werden soll. Entlang des Kermisdahls soll eine Grünfläche als „Parkanlage“ festgesetzt werden. „Der Bebauungsplan schafft damit die Voraussetzungen, zukünftig entlang des Kermisdahls einen Fuß- und Radweg zu ermöglichen“, schreibt die Verwaltung. Die Erschließung des Gebiets erfolgt über die Straßen Königsgarten sowie Stadtbadstraße und eine neu anzulegenden Straße.