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Kleve: Staatsanwalt ermittelt wegen "Kaffeefahrt" in Kleve

Kleve : Staatsanwalt ermittelt wegen "Kaffeefahrt" in Kleve

Vorwurf gegen einen Hauptverdächtigen wegen unlauteren Wettbewerbs, Betrugs und Verstoßes gegen Markenschutz.

Die Klever Staatsanwaltschaft hat gegen einen Hauptverdächtigen, der Mitte Dezember des vergangenen Jahres in einer Gaststätte an der Kranenburger Straße einen nicht angemeldeten, damit illegalen Wanderlagerverkauf ("Kaffeefahrt") veranstaltet hatte, ein Ermittlungsverfahren aufgenommen. Die dem Verfahren zugrundeliegenden Vorwürfe lauten nach Angaben des Sprechers der Klever Justizbehörde, Oberstaatsanwalt Günter Neifer, auf unlauteren Wettbewerb, Verstoß gegen das Markenschutzgesetz und Betrug.

Das Ergebnis der Ermittlungen, die durch die Kreispolizei in Kleve erfolgen, ist nach Einschätzung des Sprechers der Klever Staatsanwaltschaft "offen". Die Untersuchungen der Kriminalpolizei befinden sich laut Günter Neifer in einem Anfangsstadium. Zudem erklärte der Justizsprecher, dass gleich gelagerte Sachverhalte von den Strafverfolgungsbehörden in anderen Orten geprüft würden. "Der Ermittlungsaufwand ist in solchen Fällen enorm hoch", sagte Günter Neifer.

Bei der "Kaffeefahrt" Mitte Dezember 2012 hatten zwei ältere Frauen, 78 und 80 Jahre alt, jeweils ein "Rüttelbrett" (Vibrationstrainingsgerät) der Marke Galileo für 1298 Euro gekauft — ohne einen Kaufvertrag oder eine Quittung zu erhalten. Zudem überredeten die "Verkäufer" ihre Kundinnen, ihnen ihre Bankdaten preiszugeben. Ferner war den Kleverinnen ein 3000-Euro-Tombola-Gewinn versprochen worden, der ihnen aber bis heute nicht ausgezahlt worden ist. Stattdessen, so berichtete eine der Seniorinnen, sei später von ihrem Bankkonto das Geld für eine Reise abgehoben worden, die sie nie gebucht hatte.

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Die beiden Kleverinnen erstatteten wenige Tage nach dem nicht angemeldeten Wanderlagerverkauf in der Gaststätte an der Kranenburger Straße eine Anzeige gegen den Veranstalter der "Kaffeefahrt". Damit lösten sie die derzeitigen Ermittlungen der Klever Strafverfolgungsbehörden aus.

Die 78- und die 80-Jährige sind eventuell nicht die einzigen mutmaßlichen Betrugsopfer. "Möglicherweise gibt es eine Vielzahl von Geschädigten", meint Oberstaatsanwalt Günter Neifer, da Veranstalter von "Kaffeefahrten" meist an vielen Orten aktiv seien.

Kleve scheint für die mutmaßlichen Betrüger inzwischen jedoch kein gutes Pflaster mehr zu sein. Nach der Berichterstattung in der Rheinischen Post bekam das Klever Ordnungsamt Hinweise aus der Bevölkerung auf einen für Mitte Januar geplanten Wanderlagerverkauf in einer Gaststätte an der Spyckstraße. Die Behörde untersagte die "Kaffeefahrt" dort. Als der Veranstalter einfach in ein anderes Klever Lokal umziehen wollte, verhängte das Ordnungsamt ein Verbot, das für das gesamte Stadtgebiet gültig war — offenbar mit Erfolg.

(RP/rl)