Kleve: Sprung, Spagat und Spott

Kleve: Sprung, Spagat und Spott

Beim Tanzturnier des Humusballetts gab es skurrile Auftritte und kreative Preise - wie für die schönsten Männerbeine.

Die Karnevalssession gehört traditionell eher den Show- und Gardetänzerinnen des weiblichen Geschlechts. Daher bietet das Klever Humusballett auch den männlichen Tänzern alljährig die Chance, ihre Choreographien in einem Wettbewerb zu zeigen. Sieben Gruppen machten in diesem Jahr beim elften Gaudi-Turnier mit und sorgten dafür, dass die Stimmung in der vollen Mehrzweckhalle in Materborn mitreißend war. "Das hier ist keine Karnevalsveranstaltung. Es wird ein Tanz-Happening", prophezeite Moderator Norbert Leenders.

Den Auftakt in einen kurzweiligen Abend machten die Jumping Queens aus Schaephuysen, die mit einem kraftvollen Trampolin-Tanz für einen krachenden Start sorgten. Moderatorin Hilla Heien nutze die Sportgeräte, um einer weiteren Tradition zu folgen: Sie holte Ex-Bürgermeister Theodor Brauer auf die Bühne, der gemeinsam mit den Damen auf dem Trampolin mit viel Hüftschwung tanzen durfte. Ehe die Männergruppen aber die Bühne erobern durften, zeigte auch Melissa Koenen ihren komplexen Solotanz und erhielt für ihre langjährige Teilnahme am Traditionsturnier einen Platz in der sechsköpfigen Jury. Diese bewertete neben der Ästhetik der Choreographien vor allem den "Gaudi-Faktor" und wie sympathisch die Gruppen über sich selber lachen können.

Als erstes Herrenballett betraten die Pfalzdorfer Herzbuben die Bühne. Mit schwarz-weißem Outfit und roter Schleife zeigten sie eine Mischung aus Comedy und Tanz. Aufwendiger präsentierte sich die Gruppe der freiwilligen Feuerwehr aus Goch. Sie ließen die Bühne förmlich qualmen und demonstrierten tänzerisch einen Feuerwehreinsatz. Die "Gassenschnüffler" aus Donsbrüggen zeigten bei ihrem ersten Auftritt anspruchsvolle Bewegungen und Hebefiguren.

Während die Männer mit einem kräftigen Augenzwinkern ihre Darbietungen vorstellten, zeigten die Hip-Hop- und Breakdancer des Jugendzentrums Kalle Tanz der Spitzenklasse. Im Gegenzug rief Leenders das Publikum zu einer Spende für die Jugendgruppe auf, damit im Kalle ein neuer Tanzboden für die Sportler gelegt werden kann. Einen weiteren Höhepunkt bereiteten die Eclipse-Tänzerinnen mit ihrem schwungvollen Varieté-Auftritt.

Die Froschkönige der Brejpott-Quaker trugen weiße Hemden, die sie während ihrer Darbietung auszogen, um ihre Sixpack-T-Shirts zu zeigen. Die "edlen 3" aus Zylfflich tanzten als Indianer und Cowboys; das Männerballett vom BSV Altkalkar bewegte sich mit skurrilen Outftis durch die Welt des Sports. "Manche trainieren hier fünf Mal pro Woche, andere trainieren fünf Mal im Jahr. Es ist alles dabei, und das macht diesen Abend aus", sagt Leenders, der mit dem Tanz seines Humusballets die Traditionsveranstaltung krönte. So fieberten die Spaßgruppen dem Urteil der Jury entgegen - und wurden überrascht. "Wir wagen nun einmal etwas ganz Neues: Alle teilnehmenden Gruppen sind auf dem ersten Platz", erklärt Leenders. Dazu aber vergab die Jury einige Pokale für außerordentliche Teilleistungen: Den Pokal als "Top-Garde" erhielt die Prinzengarde, den Preis für das beste Kostüm die Gassenschnüffler, den für die schönsten Beine die Herzbuben aus Pfalzdorf, für die schönsten Gesichter die Männer aus Altkalkar. Am synchronsten tanzten die "edlen 3", am originellsten die Feuerwehrmänner aus Goch und die wohl wichtigste Auszeichnung wurde den Brejpott-Quakern zuteil: Sie verbreiteten den größten Spaß.

(RP)