1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve
  4. Sport Kleve und Goch

Fußball: Ziel des 1. FC Kleve: lange oben dabei sein

Fußball : Ziel des 1. FC Kleve: lange oben dabei sein

Fußball-Landesligist 1. FC Kleve startet in heimischer Umgebung in die Saison. Gast ist morgen um 15 Uhr der PSV Wesel.

Den Verantwortlichen und Spielern des Fußball-Landesligisten 1. FC Kleve geht es nicht anders als vielen Zeitgenossen in vergleichbarer Lage auch. So interessant eine Saisonvorbereitung mit der Integration neuer Spieler und dem dadurch bedingten Herausbilden neuer Hierarchien innerhalb des Teams auch sein mag, irgendwann ist jeder froh, dass zu der schweißtreibenden Trainingsarbeit und den darin eingestreuten Testspielen zusätzlicher Pfeffer in die Unternehmung kommt. Und so sagt denn auch FC-Coach Thomas von Kuczkowski: "Wir sind froh, dass morgen mit dem Spiel gegen den PSV Wesel die Liga losgeht. Darauf freue ich mich mehr als auf den Bundesligastart."

Mit dem morgigen Gegner verbindet der Klever Trainer indes nicht nur gute Erinnerungen. Vor drei Jahren schnappten die Grün-Weißen den Bresserbergern den Titel vor der Nase weg und feierten den Aufstieg in die Oberliga, in der sie es aber nur ein Jahr aushielten. Anschließend mussten die Männer von Trainer Roger Rütter, der vor dieser Spielzeit die Verantwortung an seinen ehemaligen Kapitän Björn Assfelder abgetreten hat, bis zum Ende zittern, ehe bei dem letztjährigen vermehrten Abstieg die Landesliga-Zugehörigkeit auf direktem Weg eingetütet worden war.

"Es wird interessant sein, zu sehen, welche der Mannschaften während dieser drei Jahre, in denen sie sich nicht gegenüberstanden, die bessere Entwicklung genommen hat", wirft Kleves Trainer von Kuczkowski ein. Ob er dann allerdings ähnlich entspannt wie während des Pokalspiels gegen den Regionalligisten FC Kray an der Seitenlinie stehen wird, darf bezweifelt werden. Der Klever Trainer gibt zu, dass "in den Ligaspielen - besonders in der Anfangsphase einer Saison - ein größerer Druck auf den Verantwortlichen und den Spielern lastet". Anschließend spannt er den Bogen von der Vorbereitung zu den Ligaspielen. "Die Art und Weise, wie die Spieler in der Vorbereitung insbesondere die Aufgaben gegen klassenhöhere Gegner gelöst und dabei die neuen taktischen Vorgaben umgesetzt haben, hat mich gefreut. Wir vom Trainerteam wissen aber auch, dass keiner mehr ein Wort über die gelungene Vorbereitung verlieren wird, wenn der Meisterschaftsauftakt in die Hose geht", sagt von Kuczkowski.

Doch mit der Befürchtung, dass der Schuss gegen den PSV Wesel morgen Nachmittag in der Volksbank-Arena nach hinten losgehen könnte, beschäftigt sich der Klever Trainer im vierten Jahr seiner Tätigkeit bei den Rot-Blauen nur so lange es unbedingt sein muss. Viel lieber spricht er über die zahlreichen Möglichkeiten, die ihm die neu zusammengestellte Mannschaft an die Hand gibt. Es sei laut "Kucze" nahezu das meiste so eingetreten, wie man es sich bei der Planung des Kaders vorgestellt habe. "Fußballerisch sowieso, aber auch menschlich. Ich mache deshalb auch keinen Hehl daraus, dass wir einen starken Kader besitzen." Der müsse im Übrigen in dieser Saison nicht aufsteigen, wie von Kuczkowski deutlich macht. Seitens des Vorstandes habe es nicht andeutungsweise die Forderung gegeben, nach drei verpassten Aufstiegen müsse jetzt aber die Oberliga her. Von Kuczkowski: "Nichts von dem hat es gegeben." Genau so klar könne er aber sagen, dass "wir selbst, Trainer und Spieler, möglichst lange oben mitspielen wollen."

Der Klever Coach sieht seine Mannschaft aber nicht alleine auf dem Schild der Aufstiegsaspiranten. "Wenn man sich anguckt, dass der SV Sonsbeck kurz vor dem Saisonstart mit Dennis Schmitz noch einen Oberligaspieler verpflichtet, dann ahnt man, was man dort vor hat", nennt von Kuczkowski einen von zwei Oberliga-Absteigern, denen er zutraut, im Kampf um den Stern am Aufstiegshimmel eine gewichtige Rolle zu spielen. Die andere ehemalige Oberliga-Mannschaft ist der VfB Homberg mit dem neuen Trainer Stefan Janßen, der vor drei Jahren in einer Hau-Ruck-Aktion den SV Straelen vor dem Landeskiga-Abstieg gerettet hat.

Auf dem Schirm hat der Klever Coach aber auch den VfB Speldorf, der vor zwei Jahren die Oberliga quittieren musste und jetzt mit dem ehemaligen Hö.-Nie.-Regisseur Christian Mikolajczak trotz dessen Alters von 34 Jahren einen Hochkaräter an Land ziehen konnte. "Union Nettetal und VfL Rhede rechne ich ebenfalls Chancen aus, oben mitzumischen", nennt von Kuczkowski weitere Teams aus dem 18er Feld, denen er Chancen im Titelrennen gibt. "Und überdies wird es das eine oder andere Überraschungsteam geben, wie es in der vergangenen Saison der VfL Repelen war", sagt von Kuczkowski, der einräumt, dass ihm zu einer genaueren Prognose noch etwas die Orientierung fehle. So könne er zum jetzigen Zeitpunkt auch die Leistung der Aufsteiger schwer einschätzen.

Morgen nach dem Abpfiff des ersten Spieltages wird jede noch so grau daherkommende Theorie etwas bunter geworden sein. Der Klever Trainer ist jedenfalls frohen Mutes, dass seine Mannschaft ein positives Resultat gegen Wesel erreichen wird.

(RP)