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Lokalsport: Zevens siegt nach Schock am Morgen

Lokalsport : Zevens siegt nach Schock am Morgen

Die 14-jährige Dressurreiterin lässt im niederländischen Gelderland als jüngste Teilnehmerin alle hinter sich, obwohl sie in der Vorbereitung eine falsche Aufgabe einübt.

Erst seit Oktober des vergangenen Jahres arbeiten die 14-jährige Dressurreiterin Christin Zevens und ihr Trainer Boris Braam zusammen. Kürzlich feierte sie aber bereits den ersten großen Erfolg: Mit ihrem Pferd Sir Heisterfeldshof, einem siebenjährigen niederländischen Warmblut, wurde Christin Zevens Erste bei den Regionalmeisterschaften der niederländischen Provinz Gelderland in Westervoort in der Klasse B, dem ersten Level im niederländischen Reitsport. "Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet", erzählt Zevens, die nach dem Triumph ein paar Freudentränen vergoss. Der Sieg war somit umso schöner.

In drei Qualifikationsrunden hatte sie sich in den Wochen zuvor für die Endrunde, bei der die 25 besten Dressurreiter Gelderlands aufeinander trafen, qualifizieren müssen. In der Endrunde, wo nur eine Prüfung gezeigt werden musste, erhielten dann lediglich die acht Besten eine Platzierung. Und zu diesen wollte Zevens mindestens gehören. "Wir haben vorher gesagt, unter den ersten Fünf wär schon gut", so Zevens. Am Morgen des Finaltages rückte aber sogar dieses Ziel in weite Ferne. Denn in ihrer wochenlangen Vorbereitung auf das Endturnier hat die 14-Jährige die falsche Aufgabe eingeübt. Dies hat sie jedoch erst am Finaltag gemerkt. "Da war ich wegen der anderen Aufgabe anfangs schon sehr verzweifelt", gesteht Zevens. Auf die neue Aufgabe konnte sie sich dann nur noch im Auto vorbereiten. "Ich habe sie auf der Fahrt mehrfach durchgelesen und versucht, mir sie einzuprägen", berichtet Zevens, die für den niederländischen Reiterverein De Waalruiters startete und sich außerdem noch ein paar Tipps bei ihrem Reitlehrer abholte, ehe sie in der Abreithalle auf dem Turniergelände ihre neue Aufgabe, welche jedoch aus denselben Elementen bestand wie die Alte, erstmals auch mit ihrem Pferd ausprobieren konnte.

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Als es dann ernst wurde, feuerte sie ihr fünfköpfiger Anhang in der Reithalle gewaltig an. "Sie waren glaub ich die lautesten auf dem Turnier", meint Zevens. Und den Anfeuerungsapplaus konnte sie auch gut gebrauchen. "Ich war schon den ganzen Tag sehr nervös", gesteht die 14-jährige.

Schließlich war es nach mehreren kleinen Turnieren ihr erster größerer Wettkampf. Doch ihre Dressur-Aufgabe meisterte sie vor rund 300 Zuschauern und zwei Wertungsrichtern ziemlich gut, wie vor allem ihr Reitlehrer fand. "Von den Teilnehmern, die ich gesehen habe, war sie die Beste", sagt Braam, der in Zevens ein großes Talent sieht, aber auch die Arbeit auf dem heimischen Heisterfeldshof lobt: "Hier kann ein Pferd noch Pferd sein. Das ist auch wichtig."

Doch die 90 Minuten bis zur Verkündung der ersten acht Plätze waren für Christin Zevens trotzdem eine echte Nervenprobe. "Wir haben uns verrechnet, dadurch hatte ich nicht mehr an einen vorderen Platz geglaubt", erläutert die Dressurreiterin. Am nervösesten sei jedoch ihr Papa Uwe Zevens gewesen. Der konnte nach der Verkündung und dem ersten Platz seiner Tochter - der jüngsten Teilnehmerin im Feld - mächtig stolz sein. Weitere Erfolge sind da nicht ausgeschlossen. Möglichst bald möchte Christin Zevens schon in der deutschen M-Klasse starten und dann eines Tages eine noch erfolgreichere Dressurreiterin sein.

(RP)