Voltigieren: Yara Scheel siegt bei den Deutschen

Voltigieren : Yara Scheel siegt bei den Deutschen

Das 12-jährige Voltigier-Nachwuchstalent setzt sich in Krumke (Sachsen-Anhalt) beim Teamwettbewerb durch.

Als Weltmeisterteam, daran bestehen keinerlei Zweifel, gehört man bei den Deutschen Meisterschaften zum engsten Favoritenkreis. Das gilt wohl auch für das Voltigier-Aufgebot des Reitsportvereins Neuss-Grimlinghausen.

Zu diesem gehört die zwölfjährige Yara Scheel aus Goch-Pfalzdorf. Bei den Weltmeisterschaften im niederländischen Ermelo im Juli turnten sich Yara und Kollegen auf dem Rücken des Pferdes „Smarti“ bereits souverän auf den ersten Platz (wir berichteten ausführlich), nun folgte das nächste Husarenstück in Sachsen-Anhalt. „Das Gefühl, bei den Deutschen Meisterschaften dabei gewesen zu sein, ist überwältigend. Nach einer schwachen Pflicht mit dem dritten Rang waren wir alle nicht zufrieden. Umso stolzer sind wir, diesen Rückstand mit starken Leistungen in der Kür noch aufgeholt zu haben“, sagt Yara Scheel. Und das, obwohl das Neusser Team zuletzt eine sportliche Pause eingelegt hatte. „Der Höhepunkt in dieser Saison war für uns natürlich die Weltmeisterschaft. Danach haben wir erstmal zwei Wochen komplett Ferien gemacht, sind über einen Monat keine Turniere gegangen“, sagt Longenführerin und Trainerin Pauline Riedl.

Die Pause aber war ihren Schützlingen in Krumke nach siebenstündiger Anfahrt anzumerken. „Alle haben Fehler gemacht, auch das Pferd – dafür trage ich als Longenführerin die Verantwortung“, sagt Riedl im Gespräch mit der Redaktion der Neuss-Grevenbroicher Zeitung. Daher sei der dritte Platz in der Plicht gar noch ganz solide gewesen. So musste die Mannschaft um Yara Scheel einen schmerzhaften Rückstand wettmachen. „Wir standen vor der letzten Kür dieses Jahres. Dann läuft man in den Zirkel, um einfach nochmal Spaß mit dem Pferd und den Teamkollegen zu haben“, sagt sie. Schon nach der ersten Kür war der zwischenzeitliche Primus VV Ingelsberg aus Bayern seine Führung los, stattdessen lag Neuss vorne – trotz einer Bodenberührung und kleiner Wackler.

Mit der zweiten Kür zerlegte der RSV die Konkurrenz dann endgültig, triumphierte in der Tageswertung mit 8,44 Punkten vor Ingelsberg (8,137). Ein fast tadelloses Finale, wenngleich Pauline Riedl anmerkt: „Die perfekte Kür habe ich bisher noch nicht gesehen.“ Hinter Neuss (7,861) schafften es Ingelsberg (7,743) und Hamburg (7,612) auf das Podest bei den „Deutschen“. „Das war einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Nach einem solchen Sieg fällt die ganze Last von dir ab, nachdem man zuvor alles aus sich herausgeholt hatte. Es war der perfekte Abschluss der besten Saison in meinem Leben“, sagt die Pfalzdorferin Yara Scheel. Ob des Erfolgs in Sachsen-Anhalt hat Yara Scheel nun zudem beste Chancen auf einen Startplatz bei den Europameisterschaften 2020 in Schweden.

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