Lokalsport : "Wir sind immer noch da!"

DJK Mehr-Niel feierte Saisonabschluss. Der Verein wird in diesem Jahr 65 Jahre alt. Trainer ist Peter Fehlemann.

Speziell im nördlichen Teil des Fußballkreises Kleve-Geldern sind in den letzten zwei Jahrzehnten einige Traditionsklubs theoretisch von der Bildfläche verschwunden. Praktisch wurden sie zu einen neuen Verein verschmolzen. Wie der BV und die DJK zum BV DJK Kellen, als prominentes Beispiel dient der SC 63 und VfB 03 zum 1. FC Kleve oder die SG Hasselt und Eintracht Schneppenbaum zur SGE Bedburg-Hau. Andere Vereine bildeten Spielgemeinschaften, in der der jeweilige Klub eigenständig bleibt und sein eigenes Vereinsleben weiter führt. So etwa die Spvgg. Kessel mit DJK Ho.-Ha. und Nordwacht Keeken mit FC Vorwärts Schenkenschanz.

Und da kommt die DJK Mehr-Niel ins Spiel, die 1953 gegründet wurde, jetzt ihren 65. Geburtstag feiert, lange in der Kreisliga B, mit zwischenzeitlichen kurzen Gastspielen in der A-Liga, spielte und seit dem letztmaligen Abstieg nach der Saison 2010/11 im Tabellenmittelfeld der C-Liga dümpelt. 2012 war ein außergewöhnliches Jahr für die DJK, denn der Verein stand kurz vor Auflösung, da kein neuer Vorstand gefunden wurde. Dann sprang in letzter Minute der heutige 1. Vorsitzende Dieter Tenhaef in die Bresche und führte den Klub aus dem Tal der Tränen. Tenhaef ist seit dem Vorsitzender, Fußballobmann sowie Platzwart in Personalunion. Ihm zur Seite steht der bald 39-jährige Fußballgeschäftsführer Hendrik van de Sand, der zusätzlich Stammtorwart der 1. Mannschaft ist (Buffon lässt grüßen).

"Die Bildung der Spielgemeinschaft mit unseren Sportfreunden vom SF Wyler-Zyfflich war die Rettung unseres Vereines, denn viele Jugendliche aus Niel, Wyler und Zyfflich kamen zu uns. Wir haben uns gut erholt und befinden uns im Aufschwung", erklärt Tenhaef zufrieden. Mehrere Trainer wie Christian Seißer, Daniel Hermsen, Knut Arping, van de Sand und der jetzige Coach Lukas Willemsen strebten den Aufstieg in die B-Liga an.

In der Winterpause wurde Peter Fehlemann als neuer Übungsleiter verpflichtet. Fehlemann, der zuletzt den SV Asperden trainierte, gilt als erfahrener Fachmann, der schon in etlichen Vereinen erfolgreich tätig war. "Wir haben in dieser Saison bereits 30 Spieler eingesetzt, von denen im Schnitt 14-16 zum Training erscheinen, die alle aus den eigenen Reihen stammen. Die Jungs haben die Nachricht vom neuen Trainer gut aufgenommen und möchten demnächst wieder oben mitspielen", schildert van de Sand erfreut.

Wie es bei kleinen Vereinen üblich ist, haben sie in Zeiten knapper Kassen der Kommunen und schwindender Mitgliederzahlen Schwierigkeiten über die Runden zu kommen. Die DJK Mehr-Niel erhält von der Gemeinde Kranenburg seit Jahren einen unveränderten jährlichen Betriebskosten- wie Jugendzuschuss. Der Jahresbeitrag steht schon lange bei 35 Euro für die derzeit 238 Mitglieder, deren Anzahl immer weiter schrumpft.

"Unsere Finanzlage ist zwar angespannt, aber es besteht kein Grund zur Unruhe. Unsere Sponsoren spendieren uns zwei Trikotsätze mit einem Satz Hosen sowie Stutzen. Das Sponsoring ist eines unserer Hauptanliegen", erläutert Tenhaef.

Am Samstag wurde während des letzten Saisonspieles ein großer Saisonabschluss gefeiert.

(RP)
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